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Erster Band.
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aufgeregter Leidenschaften die Ursachen und Feigen des sittlichenVerfalles, der Pensionen, des Reislaufens und der -religiösenVersunkenheit aus eigener Anschauung kennen; und während daßviele Tausende um ihn her nicht einmahl die allgemeine Verderb-uiß erkannten, drang er kaum über das Jünglingsalter hinwegbey Bischöfen und Legaten auf Abhülfe. 'Nur der Vorsteheröes Klosters Einsiedeln, der ihn berufen hatte, nahm Rücksichtauf ihn.

Der Ablaßkrämer, welcher Personen von Einfluß zu gewin-nen wußte und zahlreiche Käufer fand, war aus den innern Ortennach Bern gezogen, wo nach einer ersten Anweisung Geld undAberglaube ihm Zutritt verschafften. Um einen Hengst kaufteJacob von Stein von ihm Ablaß für sich, seine Vorfahren,feine Soldaten und seine Unterthanen zu Belp. Als nun auchbec Bischof von Constanz, Hugo von Landenberg, sich gegen ihn«hob, der Pfarrer Joh. Frey zu Staufberg bey Lcnzburg undder Decan Heinrich Bullingcr zu Bremgarten sich nachdrücklichdem Ablaßverkäufer widersetzten, sprach er gegen den letzter« denKirchenbann so aus, daß nur Zoo Ducaten ihn davon bestehensollten. Zu Baden hatte er den Zutritt erhalten, doch nichtohne Spöttereyen zu erfahren.

Zu Zürich, wo daS Sittenverderbniß durch den häufigenAufenthalt fremder Gesandtschaften, vornehmlich durch das Ge-folge der Legaten, so sehr als in irgend einer andern schweizeri-schen Stadt, verbreitet, durch andere Ausländer, die NeiSlaufcrund die häufigen Tagsatzungen unterhalten ward, hoffte der schlaueMönch jm Anfange des Jahres 15t 9 seinen Zweck um so vieloher zu erreichen, als eben eine Tagsatzung wegen der Würtem-bergjschen Angelegenheiten sich daselbst aufhielt. Doch im Sep-tember ward Zwingst als Leutpriester zum Großen Münster dahinberufen worden. Mächtig hatten bereits seine durch redliche und«nflußreiche Männer unterstützten Ermahnungen gewirkt. DerAblaßverkäufer, welcher, um sein Gewerbe zu sichern, noch an-bere päpstliche Aufträge vorschützte, mußte, als er darüber sich