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bann nach Rom, o. a. O. m. Manche kauften bald jährlich neuenAblaß.
Vielen wurde es einleuchtend, wie sehr der Glaube an solcheBnßwerke alle Sittlichkeit und bürgerliche Ordnung gänzlich zer-nichte, und den Hang zu immer wiedechohlten Lasterthaten be-günstige. Jüngere Leute, welche sich oft zuerst ohne Unterstützungdurch die ungünstigsten Verhältnisse empor arbeiten mußten, hat-ten auf hohen Schulen zu Paris, Wien und anderswo im Aus-lande bessere Kenntnisse gesammelt, und kehrten, mit solchen aus-gerüstet, zu ihren, wenn schon rohen und unwissenden, dochkräftigen und vielfach vorbereiteten Landslcuten zurück.
Das Uebel und die Sittenlosigkeit waren auf das höchstegestiegen, und dennoch ließ keine Verbesserung sich hoffen. Leo X,welcher für seine kriegerischen Unternehmungen, prächtigen Bau-ten und seine Vorliebe für äußern Glanz überhaupt immer großerGeldzuflllsse bedurfte, dehnte den Verkauf des Ablasses schranken-los aus, und sandte, im August 1518, den in diesen Geschäf-ten geübten Baarfüßer, Bernhardin Sämson, als apostolische»Commissar, zu den Eidögenossen. Dieser both, zur Tilgung je-der Sünde Einzelner und ganzer Gemeinheiten, seine Waare denArmen für wenige Pfenninge feil, und bezog von Begütertenund Reichen, was sie geben konnten und wollten. Tarife desSündenloskaufeS, von welchen er gleichwohl abmarkten ließ, wur-den aufgestellt und Eheweiber aufgefordert, den Ablaß auch ge-gen den Willen ihrer Männer zu kaufen.
Als er nach Schwyz kam, widersetzte sich ihm öffentlichzuerst Ulrich Zwingli, welcher damahls Prediger zu Einsiedet»war. Dieser zur Verbreitung besserer Einsichten bestimmte Mannwar zu Wildhaus im Toggenburg 1484 geboren. Schon alsKnabe zeichnete er sich durch seinen Eifer für die bessern Kennt-nisse aus, und studirte zu Basel, Bern und nachher zu Wien-Er wurde als Seelsorger nach Glarus berufen, begleitete nachder Sitte der Zeit dessen Banner als Priester in die Schlachtenvon Novara und Marignauo, lernte in täglicher Beobachtung