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Erster Band.
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Binnen kurzer Zeit waren auch auf der ganzen Landschaft dieäußern Kirchengebräuche, Bilder, Altäre, u. s. f. beynahe ohneallen Widerspruch und ohne Unordnung abgeschafft. — Diele jgeistliche Personen verheiratheten sich; aber so groß ist die Ge-walt der Begriffe, in denen man unterrichtet und erzogen wird,daß viele der entschiedensten Vertheidiger des alten Systemes,welche nicht nur den allgemein verbreiteten Concubinat der Welt-geistlichen, sondern die noch weit ungebundener» und unbestraf-ten Ausschweifungen deS CleruS als unvermeidliche Uebel gedul-det oder entschuldigt hatten, den Ehestand der Geistlichen als einVerbrechen verdammten. Auf die Stadt Biel, wo Thomas Wit-teubach und andere Geistliche sich verehelichet hatten, drangendie Eidsgenoffen, von dortigen Magistcatspersonen aufgefordert,so sehr, daß diese Männer ihren Stellen entsagen mußten.

Ungeachtet die höhere Geistlichkeit und die meisten Regierun-gen den Lehren der Reformation sich widersetzten, verbreiteten !sie sich da, wo ihnen der Augaug nicht verschlossen war. Daherkam es, daß, se nachdem die Freunde des einen oder ander»Systemes in den Nathsälen die Oberhand gewannen, die Lehre iselbst schnelle Fortschritte machte, oder aber wieder darnieder ge-halten wurde. Au St. Gallen, Schafhausen, Viel, Miihlhau- ,sen, Basel, in Bünden, imThurgau, u.s. s. erhielten sie immermehr Beyfall; doch wechselten Beschränkungen mit vorübergehen-den Begünstigungen. Constanz hatte bereits gebothen, nur nachdem Worte Gottes zu lehren. In Appenzell schafften die Ge-meinen Trogen, Hundweil und Teufen, 1523, die Messe ab,mit Beybehaltung der Altar - Bilder. Eine Landsgemeine be-schloß im April 1524, ungeachtet der Abmahnung der eidge-nössischen Bothen, daß nur nach Gottes Wort gepredigt werde»sollte. Eine zweyte Landsgemeine vom 6 August beschloß, dieEntscheidung den Gemeinen zu überlassen. Nur in dem Haupt-flecken, seinen Umgebungen und zu Herisau entschied die Mehr-heit für dfe Beybehaltung deS Hergebrachten; auch im Land-rathe war die größere Aahl diesem zugethan. Bern, welches