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bezeichnen, hierauf durch die Mehrheit der Stimmen ein Dun-desschreiber und ein Bunöesweibel aus den Bürgern von Chur ge-wählt, dieß aber der Stadt kein Vorrecht geben, auch diese Be-amten zu Handen des Bundes beeidigt werden sollen. Bey ihremAbschiede sprachen die Gesandten von Zürich und Bern gegen dieGraubündner einfache, aber große Wahrheiten aus, die allenEidsgenossen, und zuerst ihren Vorstehern, immer gegenwärtig seynsollten: Vergesset nicht, wie viel Blut euere theure Freyheit gekostethat, damit dieß edle Kleinod nicht den Nachkömmlingen durchEigennutz, Uneinigkeit, Ehrsucht, Parteylichkeit, u.s. f. entzogenwerde. Erstiegest euch an den traurigen Beyspielen der StädteRom, Athen, Sparta, ja aller freyen Stände voriger Zeiten.Mit was Grundsätzen der Bau eines freyen Standes aufgeführtwird, mit denselben wird er auch erhalten. Alte Einfalt, einge-zogene Sparsamkeit, wahre Treue, brüderliches Wohlverständnißund Bewahrung der Grundgesetze haben die Freyheit immerdaraufrecht erhalten; aber innerliche Aertrennuug, Eifersucht, Ehr-geiz, Pracht, Hochmuth und Verschwendung sie oft niederge-stürzt. Fremden Herren anhangen, u. dgl. haben das gesegneteRhätien zum, Schauplatze eines laudcsverderblichen Krieges ge-macht , u. s. f.
Die Hindernisse, welche Bernerische Beamten 1693 demDurchmärsche Freyburgischer Mannschaft entgegen setzten, hattendie Folge, daß Frryburg einige Bernerische Angehörige anhielt,und Bern dieß auf ähnliche Weise erwiedern ließ. Schon gedachteFreyburg, mit 4oo Mann die Seinigen wieder in Freyheit zusetzen, als die noch stärkere Rüstung Berns diese Unternehmungzurück hielt. Die drohenden Feindseligkeiten wurden durch dieDazwischenkunft der Eidsgenossen zurückgehalten, und eine Tag-satzung stellte den Frieden wieder her.
Zwischen Zürich und den V Orten erneuerten sich die altenErbitterungen, 1692 und 1693 wegen der Ansprüche der letzter:;auf den Abzug von dem Vermögen verstorbener reformirter Pfarrerim Thurgau, 1694, als die Katholischen zu Wengi den Refor-