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Zweyter Band.
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Eine heftige Gährung trennte 1706 die Einwohner des Mi-soperthales über die Frage, ob der Gottesdienst durch Capuzineroder einheimische Weltpriester, welche man schwarze Priester nannte,besorgt werden sollte. Der Streit beschäftigte die Bundestageund ging bis nach Rom. Ein Haupt der Pretisti (Gönnerdieser letzter») ward auf der Straße menchelmörderischer Weiseerschossen, und der Verdacht fiel auf Einige von der Gegen-partey (Frutisti). Selbsthilfe war immer noch in Bündeneinheimisch. An der Spitze von ISO Mann trieb der Landvogt,Franz Giovanelli, die Capuziner aus dem Lande, und die An-gesehensten der Gegenpartey wurden bestraft und verbannt, gleichviel, ob des Meuchelmordes schuldig, verdächtig oder nicht.Endlich stellten die Dündner, mit Vorbehalt der Unabhängigkeitdes Thales Misox, die Ruhe wieder Her, und die schwarzenPriester wurden beybehalten.

Zwischen den regierenden Orten des Thurgaues erneuertensich die Religions- und staatsrechtlichen Streitigkeiten durch einenVersuch des Constanzischen Domherren von Hallweil, Gerichts-herren zu Zihlschlacht, in diese ganz reformirte Gemeine katho-lische Bürger einzuführen, mit der Forderung der halben Stimme,so daß, wenn auch nur Ein Bürger ihn unterstütze, dieß eineentscheidende Mehrheit sey; und ein anderer Versuch des Chor-herrnstifts zu Bischofzell, die Reformirten in der Gegend vonNeukirch von dem hergebrachten Besuche der dortigen Kircheauszuschließen.

Als der 1705 gewählte Bischof zu Pruntrut, Conrad vonRernach, in demselben Jahre die Huldigung im Münsterthaleeinnahm, und der Bandelier (Bannerherr) des Thales, Nah-mens Wisard, der Uebung gemäß das Bürgerrecht mit Bernvorbehielt, entsetzte jener den letzter» und belegte ihn mit einerGeldstrafe. Da die Vorstellungen einer Bernerschen Gesandt-schaft bey den, Bischöfe kein Gehör fanden, verlegte Bern i5ooMann an die Grenzen des Münsterthales, hielt 4000 andere inBereitschaft, wies die angebothene Verwendung der katholischen