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Zweyter Band.
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nicht zugeben, daß diejenigen Orte, weiche 1404 die Ruhe her-gestellt hatten, den Streit entscheiden sollten- Sie trennten sichvon der Stadt, bestellten auf einer absonderlichen Landsgemeincdie Aemter; allein die übrigen Orte gestatteten weder dem Ge-sandten auf die welsche Tagleistung den Beyfitz, noch dem Land-vogte, den diese drey Gemeinen nach Locarno gewählt hatten,den Antritt dieses Amtes. Endlich beseitigte ein eidSgenössischerAusspruch diese Streitigkeit. (Surlimnrli-Handel.) Auch dießMahl entzog sich Schwyz der Theilnahme an den Beschlüssender übrigen Stände und machte Vorbehalte.

In der Gemeine Sagens, bey Jlanz, hatten die Reformirtenkeinen Antheil an der Kirche, zu deren Unterhaltung sie bey-tragen mußten, und 1700 wollten der Priester und die katholi-schen Einwohner ihnen nicht mehr gestatten, für die Besuchungder Kranken und die Taufe der Kinder Prediger in ihre Woh-nungen kommdn zu lassen. Die Reformirten entließen katholischeBedienten und Tagelöhner, die katholischen trieben dagegen ihnenVieh aus den Alpen weg. Schiedrichter versuchten umsonst zuversöhnen. Als die reformirten Schiedmänner, vereinigt mitden Einwohnern, 1701 in einem Garten die Stelle, wo eineKirche Hingebaut werden sollte, abzustecken gedachten, wurdensie von den katholischen überfallen und acht aus ihnen schwerverwundet. Bewaffnet eilten Zooo Reformirte aus dem umlie-genden Gegenden herbey; man drang in die Häuser des Prie-sters und einiger seiner Gehülfen und plünderte. Schon standenin geringer Entfernung 2000 Katholische in den Waffen; dochlösten die Scharen sich wieder auf. Schiedrichter und derBundestag selbst gaben den Reformirten die Religionsllbung inihren Gemeinen frey; der Priester wurde als Anstifter der Un-ruhen an einen andern Ort versetzt, und die Urheber des Tu-multes mußten 20,000 Gulden bezahlen. Es dauerte bis 1710,ehe der Widerstand aufgegeben wurde. 1742 verglich man sichendlich so, daß den Reformirten die Erbauung einer eigenenKirche bewilligt wurde.