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Zweyter Band.
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Gefahr zur Eintracht nöthigte, die Gesetze nicht eigenmächtigverletzt wurden und kein Uebermuth der Herrschenden die Zurück-gesetzten reizte, waren Empfindlichkeiten nur vorübergehend lautgeworden. Aber indeß auch die Bürger in der Bildung vorschüt-ten, und sich mehr zu fühlen begannen, gab dagegen der Rath zuBeschwerden Anlaß. Die Bürger waren unzufrieden über einigeneue Einrichtungen, über die Getreide-Commission, welchewöchentlich den Preis des Brotes bestimmte, über willkürlicheund gesetzwidrige Behandlung angeschuldigter Personen, über denVorzug, den begünstigte Leute in den Wahlen vor tüchtigernMännern erhielten, über die Rechtspflege, u. A. m.

Im December 1706 forderte die Bürgerschaft die Einführungeiner geheimen Abstimmung bey den Wahlen , welche ihr zukamen,weil der Rath dieß auch bey den seinigen gethan habe. Als dieserdie Forderung abschlug, weil sie den Gesetzen zuwider sey, ent-gegneten die Bürger: „Durch die Erfüllung ihres Wunscheswürde die Wahlart des Rathes gerechtfertigt"; und laut mißbil-ligte man es, daß nun drey Lrembley im Rathe säßen. Nochviele andere Dinge, welche man in ruhigen Zeiten würde übersehenhaben, waren jetzt anstößig geworden. Die Unzufriedenen hattendie Absicht, bey der allgemeinen Versammlung (conseil generrl)für die Synöic-Wahl im Januar 1707 darauf anzutragen, daßjene geheime Abstimmung eingeführt, dem großen Rathe die Er-nennung seiner Glieder, welche bisher der kleine Rath gewählthatte, eingeräumt, und die Herausgabe der Gesetze durch denDruck angeordnet werde. Der Advocat Fatio hinderte diesenVersuch, indem er vorstellte, daß nichts vor die allgemeine Ver-sammlung gebracht werden dürfe, was nicht vorher von dem Rathesey behandelt worden, und daß die Versammlung selbst nicht zusolchen Verhandlungen bestimmt sey. — Nachdem ein mit vielenUnterschriften versehenes Ansuchen dem ersten Synöic war ein-gegeben worden, verboth der Rath solche Unterschriften, und alsder Eingeber, de.la Ctzena, sich weigerte, das Ansuchen zurückzu nehmen, warf der erste Syndic dasselbe ins Feuer. Fünf-