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Eine sehr große Mehrheit entschied für das Letztere. Viele Tür-ger hatten die Versammlung verlassen, und Zoo sich an einem an-dern Orte wieder versammelt. Die Unzufriedenen behaupteten,durch lange Reden und Verzögerungen habe man die Versammlungermüdet, und viele Stimmenden seyen eingeschüchtert worden.Eben als die Mißvergnügten sich endlich anschickten, aus einan-der zu gehen, rückten drey Compagnien von der Stadtwache an.Rasch benahmen sich einige Offiziere, mit vieler Ueberlegung dieübrigen. Man rief zu den Waffen; LaS Volk eilte zusammen;doch besänftigte man sich wieder. Fatio war der erste, der nachHause ging. Der Rath beschloß eine Amnestie, deren Beobach-tung die Gesandten empfahlen, indem sie zur Mäßigung ermähn-ten. Dem Rathe sagte derjenige von Bern: „ Selten achtet manauf unvermeidliche Fehler der Obrigkeit, welche man liebt, machthingegen auch aus Tugenden schwarze Verbrechen, wenn man diePersonen selbst haßt. Erinnert Euch, daß Furcht ein schwacherZaun für ein freyes Volk ist."'
Am Tage der Abreise der Gesandten rückten Zoo welsche Ver-lier ein; denn schon vorher hatte der Rath sich eine Schutzwachevon seinen Verbündeten ausgebethen, weil, wie er sagte, diekriegführenden Heere seine Besorgnisse erregen; und 100 Züricherfolgten jenen nach. — Sogleich überließen die Heftigern von derPartey des Rathes sich großem Anmaßungen; ihre Gegner hin-gegen unterdrückten die Empfindlichkeit nicht, und Vorwürfedauerten fort. Unbesonnene Reden wurden nachdrücklich bestraft.Die Sieger triumphirten ohne Rückhalt durch Lustbarkeiten undEastgebothe; den unterliegenden wurde ein solches untersagt.
Das Gerücht, Fatio möchte bey der nächsten allgemeinenVersammlung zum General-Procurator gewählt werden, schreckteden Rath, ungeachtet noch fünf Jahre dazwischen lagen. Fatiokannte die Erbitterung gegen sich; dennoch verwarf er den Rathseiner Freunde, sich zu entfernen. Brächet, ein Mann, der schonschweren Anschuldigungen unterlegen war, trat nun mit der An-zeige auf, daß eine Verschwörung ausbrechcn sollte, und bezeich-