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Zweyter Band.
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für die Vergebung vieler Stellen das Loos eingeführt. Au Frey-burg und Bern wurden ähnliche Kämpfe im Innern der Versamm-lung der großen Räthe ausgefochten. Zuerst führte derjenige vonFreyburg ein blindes Loos ein; 1710 auch der große Rath vonKern für die Bestellung der Landvogteyen und anderer Besaitun-gen. Au Basel hatte ein vorherrschender Einfluß den Pflichteidder Wähler zu verdrängen gewußt, damit die Bessern sich nichtgegen Kumuthuugen auf denselben berufen, und niemand über Eid-bruch klagen könne. Nun wirkte 1718 die gereizte öffentlicheMeinung so auf den großen Rath, daß ein zweyfaches Loos ein-geführt wurde, welches nicht nur Unter drey Candidaten oft denuntauglichsten wählte, sondern auch zwey Drittheile der Wählerausschloß, in deren Aahl gerade die besten seyn konnten.

Au Zürich dehnte sich 1713 die Unzufriedenheit über einengroßen Theil der Bürgerschaft aus, und veranlaßte eine öffentlicheBewegung, welche, ohne ins Tumultuarische überzugehen, denGrundsatz wieder feststellte, daß die höchste Gewalt der Bürger-schaft zustehe, außerdem aber auch die Beförderer der Mißbraucheschreckte, und einige wesentliche Verbesserungen hervor brachte.Schon lange beklagte man sich nicht nur über Zwang und Begün-stigung, sondern sogar über eine schändliche Verkäuflichkeit beyden Wahlen, über Bestechungen bey Nechtshändeln, u. dgl.Daher die lebhafte Theilnahme, welche 1691 die Bewegungen zuBasel nicht nur unter der Bürgerschaft zu Zürich, sondern selbstbey einem Theile des Rathes erregte. Einige der ersten Magi-stratspersonen waren vor dem Loggenburger-Kriege und währenddesselben der Gegenstand lauter Vorwürfe geworden. In einerzahlreichen Versammlung geistlicher und weltlicher Beamten sprachder rechtschaffene Bürgermeister Jakob Escher von dem eingerisse-nen Verderbnisse, der fehlerhaften Verwaltung, schlechten Beobach-tung des Eides, u. s.'f.; und weil sich gerade damahls die Re-gierung mit einer Verbesserung des Kirchen- und Unterrichts-wesens beschäftigte, so hielt auch die Geistlichkeit ihr einen beschä-menden Spiegel vor. Die schlechten Anordnungen wahrend des