Band 
Zweyter Band.
Seite
147
JPEG-Download
 

14 ?

ten, und ihnen die Theilnahme derjenigen erwarben, auf welchesie nie hätten hoffen dürfen. Man sah die uncidsgeiiöffischr ("HPolitik der Abtey St. Gallen in einem tief eingreifenden Bundemit dem Kaiser sich entschleyern; den Mann, der es gewagt hatte,in Schwyz den Clerus und eine mächtige Gegenpartei) zu bekäm-pfen, seinen Versuch mit dem Kopfe büßen; Zürich gegen Tog-genburg gleichgültig, so lange dieses sich an Schwyz hielt, nach-her rücksichtslos dasselbe unterstützen; Schwyz hingegen zumerklärten Gegner seiner bisherigen Schützlinge werden, sobald derStreit den Nahmen einer Religion»-Sache erhielt; Bern seineganze Politik ändern; zwey aristokratische Republiken ein unter-drücktes Volk gegen dessen Beherrscher mit den Waffen unterstützen;die losgebundene Menge blutige Gewaltthaten ausüben; übelgeleitete, in ihren Erwartungen getäuschte Milizen ihre blindeWuth durch den Mord der eigenen Führer befriedigen; die geist-liche Gewalt das Volk gegen seine Regenten aufhetzen und zumWortbruche verleiten; die getrennten Eidsgenossen das Wohl desVaterlandes auf die Spitze stellen; durch fremde Agenten geleitet,sich den Zwecken des Auslandes so hingeben, daß ein Theil der-selben einen Bund schloß, der ihnen einen Gebiether gab; denunbiegsamen Fürsten seine Härte mit der Flucht und dem Ver-luste wichtiger Befugnisse büßen. Nur einige Proben von Tapfer-keit, die Beharrlichkeit, welche die Sieger den Drohungen, Au-muthungen und Ränken ausländischer Diplomatik, die Unterlie-genden hingegen einer unversöhnlichen Hierarchie entgegen setzten,welche um jeden Preis den Frieden zu hindern suchte: sind diewenigen hellen Punkte dieses düstern Gemähldes.

G) Ein Sprichwort sagte: Der Abt von St Gallen ziehe baldSchweizer-, bald Schwaben-Hosen an; und dü Lüc nennt ihn inder Denkschrift, welche er beym Abtritte von seiner Gesandtschaftdem Hofe eingab, ungeachtet er ihn Frankreichs Unterstützung cm<'Pfahl, „eine in politischer Hinsicht schwer zu enträtselnde MiZg«,lialt."