S05
Freyheiten und daß die Mannschaft nicht gezwungen werde,Kriegsdienste zu leisten.
Noch blieb einzig in dieser Gegend Rappersweil übrig. Nachder ersten Aufforderung an die über ihre Schirmherren mißver-gnügte Stadt zog sich die 250 Mann starke Besatzung zurück.Schultheiß, Rathe und die Bürgerschaft ergaben sich am 1 Au-gust an Zürich und Bern, so daß alle ihre Rechte und der Bun-desbrief von 1464 bestätigt wurden, alles, was seither sey auf-gedrungen worden, ihnen nicht nachtheilig seyn, das Schloßaber beyden Orten offen stehen sollte. Den seltenen Vortheil,durch eine Capitulation mit einem nicht selbst herbeygerufene»Eroberer ihre politische Lage zu verbessern, dankten die Nappers-weiler dem Umstände, daß die Belagerer nicht von WädenSweilher benachrichtigt waren, daß Schwyz bereits die Waffen abge-legt habe.
Die Werner waren nach der Schlacht bey Vilmergen wiederin die obern freyen Aemter vorgedrungen, und am 31 Juli vonReinach her in den Canton Luzern eingerückt, wo sie bey Schwar-zenbach, eine halbe Stunde von Münster, eine Stellung nahmen,und von einem Theile der Aemter Willisau und Rothenburg, denAemtern Münster, Nußweil, Knutweil, mäßige Drandschatzungund beträchtliche Lieferung forderten. Ihre Reiter streiften bisauf eine Stunde von Luzern, und als die Merischwanüer, welchejene zwey Feldstücke, die nach dem Ueberfalle bey SinS daselbstwaren stehen geblieben, nach Luzern geliefert hatten, dafür miteiner Forderung von 6ooo Gulden bedrohet wurden, hindertedie erschrockene Stadt es nicht, daß sie noch vor dem Friedens-schlüsse dieselben zurück bringen dursten. Das Kloster St. Ur-ban.besetzten die Berner mit looo Mann, und auf jener Seitegeschahen mehrere, mit Plünderung verbundene Einfälle in denCanton Luzern. Von den Alpen der Unterwaldner wurden meh-rere hundert Stücke Hornvieh, auch Pferde weggetrieben undGefangene gemacht. Einer Bernerschen Abtheilung, welche überEngstlen in das Thal Engelberg hinunter stieg, kam das Kloster