scheidend wurde der neue geistliche Einfluß, nicht nur auf dieöffentlichen, sondern auch auf die häuslichen Verhältnisse, so daßman auch die alten, in der Familie hergebrachten Deutschen Nah-men großen Theils aufgab und mit andern vertauschte, welche ausder Legende oder den Verzeichnissen der Heiligen hergenommen,und Italienischen oder Spanischen Ursprungs waren.
Die Reformirten suchten durch Machtsprüche dem theologische»Forschen Schranken zu setzen, und büßten eine Zeit lang in einerstrengen Dogmatik den Versuch, scharfe Cousequenzen über dieSchranken der menschlichen Erkenntniß auszudehnen, und Lehrsätzein Materien fest zu stellen, über welche die biblischen Bücherselbst sich entweder gar nicht, oder in ungleichem Sinne ausdrücken.Die Schlüsse der Dortrechtec-Synode waren in der Schweiz nie-mahls angenommen worden; allein sie erhielten gleichwohl einimmer größeres Ansehen, indeß gelehrte reformirte Theologen inFrankreich die Bande, in welche ihre Bruder sich verstrickt hat-ten, wieder zu lösen versuchten. Ohne sich zwar bis zum Univer-salismus oder der Lehre einer allgemeinen göttlichen Gnade zu er-heben, suchten Johann Camero, von Geburt ein Schotte, nochmehr dessen berühmter Schüler, Moses Amyraut, u. A., denPartieularismus, oder das düstere System einer unbedingtenPrädestination oder Gnadenwahl zu mildern, und dem Univcrsalis-mus naher zu bringen. Placäus (de la Place) erklärte die strengeLehre von der Erbsünde oder der Zurechnung der ersten SündeAdams durch das erbliche Verderben des Menschen. Ludwig Cap-pell bestrick nach dem Beyspiele älterer, gründlicher Sprachfor-scher die Buxtorfische Ansicht, als sollten die Hebräischen Vocal-zeichen oder Selbstlaut« in den Schriften des alten Testamentesvon dem göttlichen Geiste eingegeben seyn. Aus Frankreich ver-breiteten sich diese Ansichten zuerst nach Genf; allein Zürich undBern unterstützten die dortigen Gegner der so geheißenen Neue-rungen mit solchem Nachdrucke, daß der ihres Schutzes bedürftige,kleine Freystaat sich gegen dieselben entschied. Die Professoren§ranz Turretin von da, Heinrich Heidegger von Zürich, der