Band 
Zweyter Band.
Seite
287
JPEG-Download
 

287

ließ auch der Bischof von Basel ein Regiment an Frankreichauf den Fuß der Schweizertruppen, und Oesterreich setzte wegenseiner Verbindung mit Frankreich diesem. Vertrage keine Schwie-rigkeiten entgegen. Nachdem die Schweizertruppen während desganzen siebenjährigen Krieges mit Auszeichnung und nicht ohnemanchen bedeutenden Verlust, für Frankreich gestritten hatten,erschien schon 1763 fi'ir sie ein neues königliches Reglement.Frankreich wünschte die verschiedenen Capitulationen auf allge-meine Grundsätze zu vereinigen, und der General Desenval dientebey dieser Unterhandlung als einflußreiches Werkzeug. DenReformirten wurde die freye Religionsübung zugestanden. DieSchweizer sollten auch künftig nicht eingeschifft werden, und eswurde gestattet, ein Drittheil Ausländer anzuwerben. EinzelneVortheile der ältern Capitulationen fielen dabey weg. Zuerststimmte Solothurn bey, dann nach wiederhohlten ConferenzenZürich und Bern, endlich auch die übrigen Orte, ausgenommenSchwyz, und man beschränkte sich auf die Vorbehalte des Papstes,des Deutschen Reiches, u. s. f. nach dem Inhalte der ältern Bünde.Schon 1768 wurde wieder über Französische Eingriffe in die Ca-pitulationen geklagt, und in der Folge erneuerten sich ähnlicheBeschwerden*). Während der Siebenziger - Jahre wurden mehrereSchweizer-Regimenter nach Corsiea hinüber geschifft, obgleich, die Bestimmung der Capitulation, daß sie nickt auf dem Meeregebraucht werden sollten, wenigstens eine erläuternde Ueberein-kunft erfordert hätte. — Die Beeinträchtigungen der Schweizeri-schen Privilegien, insbesondere der kaufmännischen, dauerten fort.Man forderte von den Angesiedelten die Kopfsteuer, u. dgl.;

E) Von den Besorgnissen, welche der steigende Einfluß Frankreichsverursachte, liefert die Zeitgeschichte manchen Beweis, Am 24 May>768 schrieb der Züricherische Professor Bodmer an den PfarrerHeinrich Echinz zu Attstetten: Freyheit, Recht, Standhastigkeit,Natur aus dem Herzen auszurechen und Etiquette dafür zu setzen,>st den Franzosen beynahe gelungen, und wird ihnen besorglich vordem Ende der Jahrhunderts gelingen.