Z01
nachheri'gen Bürgermeister Ott nach Wien, der nach einer Au-dienz bey der Kaiserinn Maria Theresia für seine Angelegenheitan die Böhmische Hofkanzeley gewiesen wurde. Länger als einJahr dauerten die Unterhandlungen. Nach wiederhohlten Ableh-nungen der Böhmischen und Oesterreichischen Hofkanzeley fandendlich der Bevollmächtigte Entsprechung bey dem Staatsrathe;allein nur ein Kauf sollte die Schwierigkeiten heben. Die Re-gierung, von Zürich glaubte die Beseitigung der Verwickelungenin den Verhältnissen Ramsens und des nahen DörflingenS durchdie Summe von 200000 fl. nicht zu theuer zu erkaufen. Sieerhielt die Landeshoheit doch nur als ein freyes Lehen (keuckuinkranLum) mit Befreyuug von allen Leistungen ( 3 ervliHs vass-liucis), Decimationen , Lehenquinten, u.s. f.; nur sollte das Le-hen nach dem Absterben des Lehenherren und Lehcntragers gegeneine Lehentaxe von 15 Gulden wieder empfangen, auch die ka-tholische Religion und die katholischen Einwohner zu Ramsenungekrankt gelassen werden. Stein blieb in dem Besitze seinerherrschaftlichen Rechte zu Ramsen, und Zürich nahm in denneuen Erwerbungen die landesherrliche Huldigung ein. DerAbgeordnete zeigte keine Begierde zu Erlangung der Reichsfrey-herrlichkeit, zu welcher ihm Aussichten eröffnet wurden, undnicht mit Einmüthigkeit wurde seiner Gattinn von der Züricheri-schen Regierung die Annahme eines Geschenkes bewilliget, wel-ches die Kaiserinn ihm bey seiner Rückkehr zusandte.
1780 beunruhigte man sich durch eine von einem Kaufmannsaus Muhlhausen an den Auricherischen geheimen Rath gelangteAnzeige, Oesterreich stehe in Unterhandlung über die Eintauschungder Fürstenbergischen Landschaften in Schwaben gegen Vorder-Oesterreichische Besitzungen. Man besorgte, dadurch ganz vonOesterreich eingeschlossen und von Schwaben abgeschnitten zu wer-den. Von Zeit zu Zeit und noch in den Achtziger-Jahren be-rathschlagte man sich über die rückständigen Erbverein-Gelder;zu Zürich und Bern auch über die Jahrgelder, welche Venedigseit langem her schuldig geblieben war.