Band 
Zweyter Band.
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welche sich theils verkleidet, theils im Dunkel der Nacht in dasvon dem Landvogte bewoynte Schloß Werdenberg den 28 Oktober17-tt schlichen. Die Wexdenbergec zogen die Sturmglocke an undschloffen die Beste ein; aber sie ließen schon von wenigen Ka-nonen-Schüssen sich schrecken; und als nach vier Tagen U-OiZGlarner durch das Sarganserland und über den Gchollberg sichnäherten, entsank den Ausgestandenen der Muth. Viele entflo-hen in die benachbarten Gegenden und über den Rhein; dochließen sie sich von dem Züricherischen Abgeordneten, Nabholz,welcher der Glarnerischen Heerschar nachgeeilt war, und durchdie verheißene Milde zur Rückkehr und zur Unterwerfung aufGnade bewegen, lieferten die meisten Waffen in das Schloß ab,und schon nach einem Tage kehrte die Schar der Glarner, un-geachtet der schlechten Witterung, wieder nach Hause, Auch vonder in Baden versammelten Tagleistung empfahlen die eidsgenvs-sischen Bothen ein nu'ldeö Verfahren „nach eidgenössischem Styl,"aber zu einem solchen sind die Anführer militärischer Executionenselten geneigt, und oft sind sie dessen nicht mächtig. Eine durchdie Jahreszeit veranlaßte Forderung von Holzlieferung in dasSchloß, und die Nachfrage über vorhandene Abschriften derentzogenen Urkunden erneuerten die Erbitterung. Zu kurz wardie schreckende Erscheinung gewesen. Die Ausschüsse fanden sichnickt im Schlosse ein, wie man versprochen hatte. Noch einMahl überließ sich die wankelmnthige Menge eitelen Hoffnungen.Sie forderte die Räumung des Schlosses, die Zurückgabe ihrerDocumente, die Loslassung der zwey zu Glarns zurückgehalte-nen Aufgeschossenen. Sie beschloß nun, durch einen neu-gewähl-ten Ausschuß mit der Commission von GlarnS zu unterhandeln,widersetzte sich der Besatzung, als diese das am Ufer zu Errich-tung einer Brücke bereitliegende Holz auf das Schloß bringenwollte, und fingen obrigkeitliche Briefe auf.

In den letzten Tagen des Jahres sandten die Glarner nochein Mahl eine Exekution, und zwar, weil man keinen bedeu-tenden Widerstand mehr erwartete, nicht volle achthundert Mann.