Band 
Zweyter Band.
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Cultur und Erwerb gediehen so wenig, daß man in verschiede-nen Gegenden eine Verminderung der Bevölkerung wahrnahm.

Jene Behauptung, die beste Staatsform sey diejenige, welcheam besten verwaltet wird, ist noch schlimmer, als wenn mansagen wollte, das beste Fahrzeug sey dasjenige, an welchem derbeste Steuermann stehe. Eine schlechte Verfassung erzeugtschlechte Regenten, und verderbt das Volk selbst. — Immerblieb die in mehrern Zweigen zahlreich sich ausbreitende Familievon Salis die angesehenste in Rhätien. Größten Theils dem In-teresse Frankreichs zugethan, wurde sie durch Offizierstellen undGnadengehalte belohnt. Ulysses von Salis-Marschlins erhieltsogar das Amt eines Französischen Geschäftsträgers in seinem.Vaterlande mit dem Titel Minister, und man duldete es, daßder durch Talente und Verbindungen einflußreiche Mann diesedem Vaterlande so gefährliche Stellung behaupte. — Durchwirkliche Verdienste und bedeutende Vorschüsse an die Bedürfnissedes Landes hatte diese Familie seit dem Anfange des Jahrhun-derts die Pacht der Zölle erhalten, und das Handelshaus Salis-Maßner bezahlte jährlich für dieselbe 12 ,sivv—l 6 ,vv 0 Gulden. Schonlange hatte von der einen Seile Eifersucht gegen einen hoch sichempor hebenden Nahmen, von.der andern das Bestreben, daszerrüttete, in Rechtlosigkeit versunkene Land zur Gesetzlichkeitzurück zu führen, ein Zusammenwirken sehr verschiedener Men-schen veranlaßt. Einige Mahle wurde die Zollpacht durch an-dere Bewerber gesteigert, und 1787 both das Haus Bavier60,000 Gulden, mit der Verpflichtung, Rechnung abzulegen, undgrößere Vortheile dem Staate zu überlassen. Die bisherigenPächter bothen keine höhere Summe; aber Familieu-Einfluß unddie Furcht vor einem Ausbruche des öffentlichen Unwillens be-wirkten eine Annäherung, Lurch welche sowohl die bisherigenPächter, als die neuen Bewerber je fünf Jahre lang die Vor-theile der Pacht genießen sollten; aber nicht ohne Bitterkeitverloren viele bisherige Theilhaber den lange genossenenVortheil.