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aus, und werde die Kirchenvereinigung nicht hindern. 1724 ge-both Bern noch ein Mahl den Kirchendienern in den welschenLanden die Beobachtung der Unterschrist. Dennoch horten all-mählig die Versuche auf, diese Formel zu behaupten, und jenesglückliche Verhältniß des Protestantismus, nur die biblischen Bü-cher als Regeln des Glaubens anzusehen, und immer wieder zudenselben zurück zu kehren, hatte die Folge, daß man seither mitBeseitigung der Consensus-Formel sich nur an die helvetische Con-fession von 1566 hielt.
In verschiedenen Zeiten beunruhigten noch andere kirchlicheGegenstände die sämmtlichen reformirten Eidsgenossen oder ein-zelne derselben. 17Z6 berathschlagten sich die evangelischen Orte,wie man die Berleburger - Bibel und andere der reinen Lehregefährliche Bücher abhalten könne. Nicht geringer waren dieBesorgnisse über die Erscheinung der Herrenhnter oder Mähri-schen Brüder. Im October 1746 wurden zu Basel Nachforschunggen gegen Missionarien von Herrenhutern eingeleitet, welche dieLeute debauchiren (für sich gewinnen) wollen. Das Gutachten,welches die Geistlichen über diesen Gegenstand der Obrigkeit nachihrer Aufforderung schon am dritten Tage eingaben, drückte sichaus: Solche Leute schleichen sich gemeiniglich ganz heimlich ein,und halten sich bald bey einem, bald bey einem andern ihrerGönner oder Anhänger auf. Sie bezeugen, daß sie diese Leutegar nicht gutheißen, sondern daran ein großes Mißfallen haben.Es werde von ihnen Vieles gelehrt und getrieben, das der rei-nen Lehre entgegen gesetzt sey, u. s. f.
Die Wiedertäufer und Separatisten dauerten in verschiedenenGegenden, doch nicht zahlreich fort, und sie genossen immermehrDuldung , wenn sie die öffentliche Ordnung nicht störten. Von1740 an verbreitete sich im Cantone Bern eine Secte, welcheman von dem Dorfe Drügglen die Brüggler-Secte nannte. Sielehrte, wenn der Mensch ein Mahl ein Kind Gottes gewordensey, könne er nicht mehr sündigen. Es sey dann nicht Sünde,wenn er Werke der Unmäßigkeit und Unreinigkcit ausübe. An