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pressen, für welche sie ihre Amtsstellen von den Landsgemeinenoft gleichsam gekauft hatten. Oeffentlich verhandelten Manche dieGerechtigkeit, nahmen Geschenke von beyden Seiten, halfenSchuldigen, welche bezahlten, der verdienten Strafe entgehen,brandschatzten begüterte Leute, wo sie konnten. Noch weiter alsin den Deutschen Herrschaften wurden diese Abscheulichkeiten inden welschen Vogteyen der Schweizer, und am weitesten in den-jenigen der Graubündner getrieben. Nicht besser als die Land-vögte handelten viele Tagsatzungsherren, und die Abhülfe warum so viel schwerer, weil beyde beynahe immer von ihren Can-tonen beschützt wurden. Au Baden, wo Zürich und Bern dieMehrheit bildeten, erließen sie 1773 eine Rüge gegen den Glar-mrischen Landvogt Martin, dessen Verschuldungen diejenigenanderer Landvögte der Herrschaften, wo sie die Minderheit bil-deten , noch lange nicht erreicht hatten. Unverkennbar trug einesolche Behandlung zur Herabwürdigung des Volkscharakkers bey,deren Folgen sich in einigen Gegenden noch in den neuesten Zei-ten gezeigt haben.
Die tiefen Wunden, welche der Toggenburger-Krieg demStifte St. Gallen geschlagen hatte, suchte der Abt Joseph zuheilen und bezahlte Schulden. Lölestin verbesserte die Oecono-mie. Er machte bedeutende Ankäufe von Herrschaften, erbaut«das KornhauS zu Norschach, die große Kirche und einen Theildes Klosters. Ohne Belästigung des Volkes legte D-da durchdie alte Landschaft auch gegen Herisau und Speicher gute Land-straßen an, und beförderte gemeinnützige Unternehmungen; aberer vernachlässigte die Finanzen, vermehrte die Schulden und be-förderte dadurch die spätern Unruhen und Zerrüttungen.
Das Luzernische Patricias legte sich adeliäie Eigenschaftenbey, und behauptete diese gegen den Maltheser-Orden, der inseinen Landen Comenthureyen vergab. Wie das Patricias zuFreyburg sich hierüber benahm, und zugleich die mit höhern Ti-teln versehenen Familien zu einer aristokratischen Gleichheit" anhielt,tst in der Beschreibung der Unruhen von 1782 gezeigt worden.