471
Wendung niemand irre; aber wenn er von dem Aberglauben,den Vorurteilen und Verirrungen neuerer Jahrhunderte auchin der Sprache des jedesmahligen Zeitalters sich ausdrückt, sokann der Leser veranlaßt werden zu glauben, der Verfasserdrücke nicht die Gedanken jenes Zeitalters, sondern seine eige-nen aus.
In mehrern Cantonen bildeten sich gelehrte Gesellschaften.1745 wurde zu Zürich durch den Doctor und Professor JohannGcßner, den nachherigen Bürgermeister Heidegger und anderevorzügliche Männer die Naturforschenöe Gesellschaft gestiftet, diesich mit den verschiedenen Zweigen der Naturwissenschaft be-schäftigt, für Verbesserung der Landwirthschaft Vieles leistete,und zu diesem Zwecke mit der ökonomischen Gesellschaft zu Bernin freundschaftlichem Einverständnisse wetteiferte. Die asketischeGesellschaft zu Zürich bearbeitete die verschiedenen Zweige der Pa-rakletik. Bodmer stiftete eine Gesellschaft, welche sich mit histo-rischen Untersuchungen beschäftigte und nach ihm unter HeinrichFüßliS Leitung fortdauerte. Au Lausanne entstand die socier«ckes Sciences xb^signcs, welche, wie die ökonomischen zu Frey-burg, Solothurn und Viel die ökonomische in Bern zum Vor-bilde wählte. In Basel wurde eine physikalisch - mathematischeund 1777 die Gesellschaft zur Aufmunterung des Guten undGemeinnützigen errichtet. Die letztere dehnte ihre Wirksamkeitauf zahlreiche Gegenstände der Unterstützung aus, und ist nichtweniger für öffentliche Bildung thätig. Sie fand Nachahmungzu St. Gallen und noch in andern Städten. Die t779 zuChur entstandene Gesellschaft landwirthschaftlicher Freunde machtesich bald durch ihre Schriften bekannt. Zu Genf blüheten meh-rere gelehrte und gemeinnützige Vereine.
Bodmer*), die beyden Balthasar, Jselin und Andere beleb-ten jenen Geist, der an ein Vaterland glaubt und dasselbe liebt,
(*) Früh kinderlos geworden, suchte er den schönsten Trost desMannes, dem Vaterfreuden nie beschieden waren, oder dem sie