480
sehen Leibwache fiel in muthvollem Kampfe, und noch schauervollerwurde dieses Ereigniß, als auf die Nachricht von dem drohen-den Manifeste des Herzogs von Braunschweig und dem Vorrü-cken der Preußen und Oesterreichs wüthende Rotten in den erstenTagen des Septembers eine große Anzahl Gefangener und Ent-ronnener mordeten. Viele hundert Schweizerische Familien wa-ren dadurch in Trauer versetzt, und wenn die große Mehrheitder Nation durch diese Gräuel nicht tiefer erschüttert wurde, so kames daher, daß sie schon lange den auswärtigen Kriegsdienst nichtals Nationalsache, und jetzt weit eher als ein die Schweiz selbstin Gefahr setzendes Mißverhältniß ansah. Das früher durch sei-nen Aufstand bekannt gewordene Regiment Chateauvieux gingaus Bitsch auf Deutschen Boden hinüber; doch folgte nur einkleiner Theil desselben der Einladung der ausgewanderten Prinzen,zu ihrem Heere zu stoßen. Der größte Theil kehrte, dem Rufeder Cantone gehorchend, nach Hause; das Ansuchen der Offiziereder noch übrigen Regimenter um ihre Kurückberufung, die Zu-stimmung der Cantone und das Gesetz der Entlassung trafen bey-nahe zusammen. Es gründete sich darauf, daß die meisten Ca-pitulationen ausgelaufen seyen, und daß Frankreich keine Trup-pen halten könne, die unter einer fremden Leitung stehen. Derneue Französische Abgeordnete Larthelemy nannte dasselbe inseinem Privatschreiben an den Jüricherischen Bürgermeister Kilch-sperger vom Z September: „ dieses traurige Gesetz," und verhieß,aus Auftrag des Ministers, die Beobachtung der engsten Freund-schaft mit der Schweiz. Während des Rückzuges der Verbün-deten aus Lothringen kehrten im October die Regimenter nachHause. Aus ihnen folgten nur einzelne Offiziere und einebeschränkte Anzahl Soldaten, den Befehlen ihrer Obern zuwider,der Einladung, in Frankreich zurück zu bleiben, wo Einige sich zuHähern Stellen empor schwangen.
Schwierig und neu war die Stellung gegen Frankreich, wodie Schweizer bisher nur gegen den König Verpflichtungen ge-kannt hatten. Ungerne sahen sie 1788 die Ankunft seines neuen