kigkeit, der Hinblick auf den weit weniger frey athmenden Frey-burger, den der nicht leichten Herrschaft demokratischer Gebietherhingegebenen Unterwalliser, den vegetirenden Savoyarden undden niedergedrückten Franzosen, der großen Mehrheit des Vol-kes keine politischen Wünsche übrig lassen. Noch glaubte man,Forderungen an den Landesherren, nur auf Documente gestützt,machen zu können. Schon 1782 glaubte die Stadt Morges,als sie zum Zwecke der Anlegung einer Straße, gleich andernGemeinen, veranlagt wurde, sich auf alte Savoyische Besreyun-gen und auf deren Bestätigung durch den neuen Landesherrenberufen zu können. Sie mußte bezahlen; aber der große Rathvon Bern verhieß die Untersuchung der Beschwerden.
Die Zerreißung der politischen Bande in Frankreich wecktenneue Nachforschungen; und im Februar 179o wurden den lan-desherrlichen Behörden noch andere Urkunden vorgelegt, durchwelche man eine Steuerfreyheit des ganzen Waatlandes darthunzu können glaubte. Nach einiger Zeit verhieß Bern schnelle undgenaue Untersuchung; aber Spuren einer sich verbreitenden «Nah-rung und ausgestreute Flugschriften in widerstreitendem Sinnehatten sein Mißtrauen geweckt. Verschiedene Toaste, welche den14 Juli 1791, am Tage der zweyten Jahresfeyec der Zerstö--rung der Bastilie in den Waailäubischen Seestädten bey Gast-mählern getrunken wurden, Ausrufe, die damit verbunden wa-ren, ließen die Beherrscher gefährliche Absichten vermuthen.Ein Ausschuß der Regierung, von dreykausend Mann DeutscherTruppen und Artillerie begleitet, traf im Waatlande ein, undschlug zu Rolle seinen Sitz aus. Kanonen mit Kartätschen ge-laden wurden zu Lausanne aufgestellt. Einige Entflohenewurden in Contumaz verurtheilt; unter diesen Amadeus La-Harpe-Jens, der nachher in Italien als Französischer Divi-sions - General fiel, und I. I. Cart. Einige Andere wur-den zur Festungsstrafe nach Chillon verurtheilt. Auch den alsLehrer bey den Russischen Großfürsten Alexander und Constan-tin bestellten Cäsar Friedrich Laharpe traf nicht nur die Verbau-