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Zweyter Band.
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habe auf ihre weltliche Herrschaft verzichtet. Am 14 Februarwurde zu Goßau eine Landegemeine gehalten, die Stadt Weilauf ihr Ansuchen zu freyen Mitlandleuten aufgenommen, der Ob-mann Johann Kiinzli zum Landammann gewählt. In den übri-gen Einrichtungen und bey der Bestellung der Beamtungen dien-ten die äußern Rhoden von Appenzell so zum Vorbilde, daß auchdie Abtheilungen vor und hinter der Sitter angenommen wur-den. Einmuthigkeit herrschte, und in den Landeseid wurde auf-genommen, keine fremde Einmischung zu gestatten.—Im unternWallis war der Wunsch nach einer Veränderung so allgemeinverbreitet, daß nicht nur Weltgeistliche, sondern auch viele Or-densleute einen lebhaften Antheil an dem Aufstande nahmen, deram 3o Jenner zu Monthey und St. Moriz- ausbrach und sich vonda weiter verbreitete. — Mit vorzüglicher Heftigkeit fordertenauch die Wcrdenberger ihre Freyheit von den Glarnern, und dasToggenburg schritt, wie die alte Landschaft, zur Unabhängig-keit. vor.

Basels öffentliche Entsagung auf feine Rechte über die wel-schen gemeinen Herrschaften machte nicht nur diese, sondern auchdie Deutschen gemeinen Herrschaften desto aufmerksamer auf dieGunst der Umstände. Im Thurgau versammelten sich unter derLeitung Paul Reinhards von Weinfelden und Ulrich Kesselringsvon Loltschhausen am 1 Februar ungefähr zweytausend Mannzu Weinfelden. Eine große Mehrheit entschied sich zwischen denzwey zur Abstimmung vorgelegten Fragen, ob man nähmlichvon den regierenden Ständen mit Anstand und Nachdruck fürden ganzen Thurgau Freyheit und Unabhängigkeit sich ausbitten,oder nur um die Abschaffung eingeschlichener Mißbräuche sich verwen-den wolle. Die einzelnen Gemeinen des Landes stimmten am Zdiesem Beschlusse bey; ihre Abgeordneten versammelten sich zuWeinfelden, und die öffentliche Ruhe wurde nicht gestört. — Eben-falls von den angesehensten Männern des Landes geleitet, ver-einigte sich am ii eine Landsgemeine des Rheinthalcs zu Ber-nang. Bald folgten ihnen die Sarganser nach, und beyde rich-