56Z
nen Kanonen mit Munition und Geräthschaften, 1v,oon Guldenfür die Kriegskosten und Getreide für die nähmliche Summe soll-ten abgeliefert werden. Vor andern zeichnet die Geschichte den§ 4 auf, der ausspricht : Dem Volke soll frey gestellt seyn, sicheine Verfassung zu wählen, und zu Vertheidigung derselben sichmit andern EidSgenoffen zu verbinden *). Weil die Capitula-tion die Billigung des Capuziners Paul Stiger nicht erhielt, sohinderte sie nicht, daß in der Stadt verschiedene Gewaltthätig-keiten ausgeübt wurden. Doch näherten sich schon die Franzosenden Thoren LuzernS. Von der andern Seite erscholl die Nach-richt von dem Vorrücken derselben in den Canton Zug, und ei-lends räumten die Scharen der Länder die beängstigte Stadt.
Beynahe von allen ihren Nachbarn verlassen, waren dieSchwyzer noch entschlossen zum Kampfe gegen die Ueberwinderder geübtesten Heere Europas; weniger in der Hoffnung des Sie-ges, als um nicht unterzugehen mit Schmach, und weil derKräftige hofft, daß seine Beharrlichkeit auch andere Kräftigeaufrufe. Aber fruchtlos ist der Heldenmuth, wenn die Kraft,statt die sich nähernde Gefahr zu berechnen und vereint dersel-ben entgegen zu gehen, sich vereinzelt, in der Nähe der kleinenHeimath sich erschöpft, und mehr aus erhitzte Führer, als aufErfahrung und Kriegskunde horcht. Jetzt forderte Schwyz Hülfevon den klebrigen; aber nur von den Glarnern und einigen hun-dert Urnern unterstützt, begann es den dem heldenmüthigen An-strengen der Ahnen nicht ungleichen Kampf. Zwey FranzösischeAngriffe wurden am Berge über Nichtersweil und bey Wollrautapfer zurück getrieben. Die schweren Verwundungen ihrer An-
E) In der Aufforderung der Stadt Luzern sagten die Anführer:Wir fordern Euch mir dringlicher Stimme auf, uns Eure Thore zuöffnen, und als EidSgenoffen, als Freunde und Bruder aufzuneh-men, und unserer bundesmäßigen Vereinigung mit Euerm Volk,das wie das unsrige der Landesherr seines Landes ist, keine Hin-dernisse in den Weg zu legen.