59 S
Am 7 Januar 1800 schlug Dolder, als damahliger Vorsteherdes Directoriums, am Ende einer kurzen Sitzung vor, den Rä-then auf Entlassung sämmtlicher Mitglieder des Directoriumsanzutragen, weil dasselbe das öffentliche Zutrauen verloren habe.Ihn unterstützte Savari. Lebhaft verwarf die Mehrheit den An-trag, und scheinbar ruhig schied man aus einander. Schon nacheiner Stunde ward auf den Antrag Kuhns, eines der Zehen, dieAnklage des Hochverrathcs gegen das Directorium in den Rä-then ausgesprochen, deren Mehrheit theils durch Ueberzeugung,theils durch Furcht geleitet war. — Dolder schlug es Laharpenab, das Directorium zu versammeln. In der Amtskleidungbegab sich dieser mir Oberlin und Secreta» mach dem Sitzungs-
mchr, da sie auf die übrigen Bolksklasten gerne mit dem rohenGefühle des Stärkecn herab sehen, und jedes Civilvsrdienst überdem kriegerischen verachten. Angriffs- und Eroberungskriege unddie Klippe der „Revolution gewesen, weil in solchen der Krie-ger bald vergißt,„daß er zuerst Bürger und nur das Werkzeug desVaterlandes ist. Nach kurzer Zeit entdeckte man in den nur zubald übermüthig gewordenen Französischen Heeren den Geist nichtmebr, der sie bey der ersten Eröffnung des FreyheitLkampfeS ihrBrot mit dem bedrückten Einwohner theilen ließ. Osä-nil m-m-, tog»«!soll eü immer in Republiken heißen, obgleich ste die Waffen hochachten und üben sollen, und es muß in die Lange einen nachkhei-ligen Einfluß auf die öffentliche Meinung über den Werth desStaatsdienstes haben, wenn man dte Militärtitel und Benennun-gen denjenigen des Civils vorzieht, die nicht auf einer niedrigernStufe stehen.
Diese Bemerkung führt zu einer zweyten, nähmlich daß inRepubliken die öffentliche Achtung für den Staatsdienst und dieMagistraten geschwächt wird, wenn die in Aemtern von einiger Be-deutung stehenden Männer sich nicht gerne nach denselben nennenund benennen lasten. Sie sollen sich durch dieselben beehrt finden;denn sie sind die öffentlichen Auszeichnungen, die das Vaterlandgewähren kann.