Band 
Zweyter Band.
Seite
616
JPEG-Download
 

L16

ner constituirenden Versammlung erhoben, sondern sogar zu denWahlen eines Senates geschritten, und dieselben auf den heuti-gen Tag beendigt habe, ist, in Erwägung der dringenden Gefahr,in welche das Vaterland durch diese Verhandlung gesetzt worden,und daß drey Mitglieder des Vollziehungsrathes als Mitgliederder Tagsatzung an solchen Antheil genommen, verordnet: b. Denübrigen drey Mitgliedern, Dolder, Savari und Rütkimann oderihrer Mehrheit *), ist provisorisch die Ausübung der dem Voll-ziehungsrathe zugestandenen Gewalt übertragen. 2. Dieselbensind beauftragt, für die Beybehaltung der öffentlichen Ruhe undSicherheit zu sorgen."

Dolder und Savari, die, um unter Montchoist's Schutzesicher zu seyn, bey demselben zu Tische gebethen waren, über-trugen dem Oberst Ankermast den Befehl über die HelvetischenTruppen. Dieser und der Kriegsminister Lanther ließen die An-führer den Eid des Gehorsames auf das neue Gesetz schworen,Die Halbbrigade Perrier war von Bümpliz eingerückt. Vor demRathhause stand eine Grenadier-Compagnie mit zwey Kanonen.Alle andern Truppen waren aufgestellt oder sie durchzogen com-pagnienweise die Stadt, und eine Bürgerwache, mit Säbeln undStöcken bewaffnet, schloß sich an sie an. Wer sich ohne eineSicherheitskarte, die mit dem Steigerischen Familieu-Pettschastbezeichnet war, auf den Straßen finden ließ, wurde nach derHauptwache gebracht.

Von den Bewegungen benachrichtigt, erschienen vor zweyUhr Morgens die Vollziehungsräthe Aimmermann, Usteri, Rüt-timann, Schmid und die Minister Meyer und Rengger vor derThüre ihres Versammlungsortes. Einen Wache habenden Offi-zier, der sie aus Befehl des Platz-Commandanten zurück wies,verständigten sie durch die Bemerkung, daß der Platz-Comman-dant unter ihnen stehe. Vergeblich ließen sie ihre Collegen zusich rufen; denn sogleich nach ihrem Eintritte war die Wache

G) Man zweifelte schon an Rüttimanns Zustimmung.