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ton« Jürich, im Cantone Dorn äußerten sich wieder diejenigender Wiedertäufer. Schwärmer au« Amsoldingen beunruhigtenplötzlich die Hauptstadt und ihre Umgegend. Seit zwey Jah-ren hatte sich in jenem Dorfe Anton Unternerer au« Schupfenim Cantone Luzern, ein Afterarzt und Fanatiker, niedergelassen.Geschwätzigkeit, mit einnehmenden Formen verbunden, und dieAnwendung von Segenssprüchen auf Gebrechen der Menschenund des Viehs verschafften ihm bald das Vertrauen der Menge.Er hielt Versammlungen, in welchen ausgehobene Stellen desneuen Testamentes nach besondern Ansichten gedeutet wurden,und seine Anhänger, die sich bis auf siebenzig vermehrt hatten,entzogen sich dem öffentlichen Gottesdienste. Durch ein Schrei-ben forderte Unternerer im Nahmen des göttlichen Geiste« denobersten Gerichtshof auf, sich am Charfreytagc Morgens mitallen Gefangenen und ihren Wächtern in der Hauptkirche ein-zufinden, wo der Heiland die Canzel besteigen und Gerichthalten werde. Um seine Lehren zu verbreiten, hatte er eineschwärmerische Schrift zu Bern drucken lassen, und nun beriefer seine Anhänger, die während der letzten Tage ununterbrochenversammelt gewesen waren, und einen großen Theil ihrer Habe,in Erwartung des Weltgerichtes, an Andere verschenkt hatten,auf die nähmliche Zeit auch dahin. Von allen Seiten ström-ten zahlreiche Neugierige zusammen, und schon war Unternererselbst von mehreru seiner Anhänger als Heiland angekündigt.Nur ein Theil dieser Schwärmer scheint mit dem Anstifter die Be-friedigung einer rohen Sinnlichkeit zu einem der Hauptzweckeihrer Verbindung gemacht zu haben °^). Ausgedehnter, dochnicht allgemein, waren die Spuren von beabsichtigten Unruhen;die Verhaftung deS Anstifters und noch eines Haupttheilnehmers,die Einsperrung von fünfzehn der Erhitztesten in das Hospitalund die Verlegung von Dragonern in die Häuser der Ruhestö-rer machten eine solche Wirkung, daß nicht nur die meisten
C) Sie lehrten Gemeinschaft der Weiber und Güter.