Band 
Zweyter Band.
Seite
667
JPEG-Download
 

L67

Lemanische Scharfschützen-Compagnie, welche seit einigen Tagenden Renggpaß besetzt hielt, und wegen der schlechten Witterungdie Ausstellung der Vorposten vernachlässigt hatte, wurde vonvierhundertfunfzig Unterwaldnern überrascht. Unter den Ersten, diesich unerschrocken dem Angriffe bloß stellten, fiel, von dreySchüssen getroffen, der Hauptmann Marier. Nur eine Gre-nadier-Compagnie von den Linientruppen unterstützte die Scharf-schützen, weil ein wohlberechneter falscher Angriff der Unterwald-ner auf Hergisweil stärkere Hülfe hinderte. Die Angegriffenenverloren ungefähr sieben Todte und zwey Gefangene. Fünfund-zwanzig Verwundete wurden nach Luzern gebracht. Die Sie-ger gaben ihren Verlust zu einem Todten und sieben bis achtVerwundeten an. Den Angriff entschuldigten sie dadurch, daßihre Grenzen überschritten und einige Plünderungen bey einerLandung verübt worden seyen; und in festem Ton« beantworteteder Congreß zu Schwyz die Aufforderung zur Unterwerfung,welche Keller und Andermatt an ihn gerichtet hatten. Ohne be-sondere Wirkung versuchte das bewaffnete Schiff eine Beschießungvon Stanz-Staad.

Am 12 hatte der Vollziehungsrath den Französischen Ge-sandten zu Handen seiner Regierung durch eine Note von derTrennung der drey Länder benachrichtigt und die Folgen der-selben vorgestellt, und schon am 16 wurde beschlossen, die Fran-zösische Regierung um die Uebcrlassung von zwey Hülfsbrigadenzu bitten. Stapfer faßte darüber eine Note ab, und drey Mahlforderte Bonaparte von ihm neue Noten. Bald mußte daringesagt werden, die Helvetische Regierung finde sich, nachdemsiedle Räumung der Schweiz gefordert, von hinlänglichen Mit-teln zu Bezähmung der Uebelgesinnten und Aufrührer in denkleinen Cantonen entblößt; bald sollte Stapfer aus alten Capitu-lationen darthun, ob oder in welchen Fällen die ehemahligenVbrigkeiten berechtigt gewesen seyen, ihre Regimenter für eigeneBedürfnisse zurück zu rufen. Sehr ängstlich war darüber dieRegierung. Doch versicherte Talleyrand Stapfern sogleich.