Band 
Zweyter Band.
Seite
666
JPEG-Download
 

666

Auch jetzt beklagte dieser seinen Mangel an Vollmacht, undwies sie, doch unter gefälligen Formen, an die Regierung,von der sie hinwieder an den RegierungS-Commissär zurück ge-wiesen wurden; doch offenbarten sich auch ihnen die ungleichenSysieme und die widersprechenden Aeußerungen der Glieder derRegierung so sehr, daß sie die davon schon vorhandene Kundebey ihrer Heimkunft noch mehr bestätigen konnten. Am 18wurde das Bataillon Vonderweid nach Aug verlegt, und einSchiff mit zwey Awölfpfündern und einer Haubitze kreuzte vorder Mündung des Luzcrner-SeeS. Der General Andermatt,der schon allen Systemen gedient hatte, erhielt den Oberbefehl.Er und der RegierungS-Commissär hatten den Auftrag, gegendie Widerspenstigen, wenn Güte nicht hinreiche, mit Gewalt zuverfahren, doch aber die beschränkte Truppenzahl, über welchedie Regierung gebiethen konnte, nicht leicht in Gefahr zusetzen.Als am 19 die Helvetischen Truppen den Renggpaß am nörd-lichen Fuße deS PjlatuS besetzten, zogen ungefähr siebzig Ob-waldner, welche dort gestanden waren, sich in die Ebene zurück;aber unverkennbarer, als noch durch kein anderes öffentliches Er-eigniß, erwies sich das Daseyn eines weit verbreiteten furchtba-ren Einverständnisses durch das, was in der Nacht vom 21auf den 22 in Jürich geschah. Unbemerkt wurde ein Pulverbe-hälter, nicht ferne hinter der Caserne, erbrochen, und 10Z7 PfundPulver auf einem in Bereitschaft liegenden Schiffe nach demCantone Schwyz abgeführt, ohne daß die Helvetischen Beamtenauf die Spur der That gelangen wollten oder konnten.

Wie leicht zu begreifen, widersprach sich noch Vieles in demBenehmen der drey Länder. Oft sprach Schwyz im Nahmender andern; oft handelte Unterwalden für sich allein. Mantrat in Unterhandlungen ein, und mittlerweile verstärkten dasBataillon Clavel und einige Eliten-Compagnien die Truppen beyLuzecn und am Brünig. Doch unversehens eröffneten die Un-terwaldner am 28 Morgens um 5 Uhr die Feindseligkeitendurch eine eben so rasche, als gelungene Unternehmung. Eine