Bodenertrag. — Wein.
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Schnittswerth auf 60 fl. für eine Ohm angeschlagen und dabei auch dieMittelsorten mit in Berechnung gezogen, welche die Hälfte der ganzen Erzeu-gung oder 50—55000 Ohm ausmachen, grösstentheils ins Ausland und zurHälfte nach Preussen gehen.
Nach statistischen Angaben hat das Herzogthum Nassau 15544 Nass.Morgen “ 20725 Meter Morgen Weingelände. Der Nass. Morg. erträgt, nacheinem 20jährigen Durchschnitte gerechnet, jährlich 4 Ohm, wonach ein Jahres-ertrag von 62175 Ohm oder 8290 Rheinländische Stück von je 1200 Lit. sichergibt. Der Flächengehalt des Weinlandes in den einzelnen Gemarkungen istnicht angegeben, wesshalb ich hier nur die Namen der vorzüglichstenLagen anführe: Hochheim und Wickert, im Justizamt Hochheim; Neroberg,im Justizamt Wiesbaden; Iiauenthal (berühmter Bergwein), im Justiza. Eltville;Gräfenberg in der Gemarkung Kiederich; Marcobrunner in der Gemarkung Er-bach; die Gemarkung Hattenheim, welche neben ihren eigenen beliebten Wei-nen noch den berühmten Steinberg in der Gemarkung Bering zählt. Im Justiz-amt Riidesheim: Schloss Johannisberg und das daran stossende Mumm'scheWeingut; in der Gemarkung Geisenheim der Rothenberg; in der GemarkungRiidesheim, ausser vielen ausgezeichneten Lagen die Namen: Hinterhaus, BergOrleans und Schlossberg Riesling; in der Gemarkung Asmannshausen der welt-berühmte Rothwein; in der Gemarkung Lorch der beliebte Bodenthaler. — Inallen diesen Hauptlagen kann man, wenn sie nur mit edlen Rieslingtrauben be-pflanzt sind, den Durchschnittsertrag eines Metermorgens auf etwa 3 0hmveranschlagen. Nach einem Auszug aus dem Protokolle der im Mai 1853 zuEberbach abgehaltenen Doraanial-Weinversteigerung wurde für einhalbes Rheinisches Stück von 600 Lit. bezahlt:
Hochheimer Domdechanei .... 1846r mit 2225 fl.
Rüdesheimer Berg-Riesling ... „ „ 2290 „
Marcobrunner. „ „ 2655 „
Die Steinberger 1846r von 3000 fl. steigend bis zu 5820 fl.
Berechnungen Sachkundiger über die Kosten und den Mittelertrag desWeinbaus, in alle Einzelheiten gehend und zuverlässig, sind höchst selten.Um so verdienstlicher aber sind die desfallsigen Mittheilungen im Wochenblattdes Vereins Nassauischer Land- und Forstwirthe, Jahrg. 1852, Nr. 46, undNr. 23, Beil., Jahrg. 1853, Nr. 49. Entsprechende Angaben fiir die linke Rhein-seite habe ich in der Erwerbs- und Verkehrs-Statistik Preussens, S. 82 gemacht.
Bei Erlangung dieser Nachrichten, welche ich grösstentheils freundlicher Privat-mittlieilung verdanke, habe ich das Bedürfnis.? einer genauen Topographieder deutschen Weingegenden recht lebhaft empfunden. Möchte deshalbdie Aufgabe der Versammlung der Wein- und Obst-Produzenten in Stuttgart(Dornfeld a. a. 0. S. 77), nach dem dort vorgeschlagenen im Ganzen rechtzweckentsprechenden Plane, bald erfüllt werden!