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Statistik des Bodens.
Man hat weisse nnd rothe, die letzteren aber selten. Vor dem Trocknen werden die Tranben,(wie schon Kolumella vorschreibt) dadurch getödtet, dass man sie drei bis vier Mal in siedendeHolzaschenlauge taucht. Diese Zibeben werden in Fässchen von neunzig bis hundert Pfund vor-züglich von el Pizzo aus über Livorno, Triest und Marseille nach dem übrigen Italien, (wo sieunter dem Namen üa Calabria bekannt sind), nach Deutschland und Frankreich versendet.Sizilien zieth mehrst weisse Trauben an niedrigen, gewöhnlich nicht über vier Palmi hohen Rebenund Rohrstäben, welche um so näher beisammen stehen, je wärmer die Lage und je leichterder Boden ist. Presl führt sechsundvierzig hier vorkommende Traubensorteu auf, vierundzwanzigweisse; zweiundzwanzig rothe oder schwarze. Der Faro, Melazzo nnd Messina haben auf ihrenplutonischeu Hügeln denen des gegenüberliegenden Reggio ähnliche dunkelrothe Weine; amAetna nehmen Reben den grössten Theil der bebauten Region ein, die höchsten Punkte, wo mannoch Weinstöcke sieht, sind die Portella bei Zafferana, 2973', und die Abhänge des Zokkolarobis 3300'. Maskali liefert den besten rothen Wein Siziliens, welcher stark nach Malta abgesetztwird; Katania hat treffliche rothe und weisse Tischweine; stark, viel Wasser ertragend, mit leich-tem, nicht unangenehmen Theergeschmak. Sirakus ist schon längst durch seine Desertweine berühmt.Man zieht hier auf hellem Kalkboden den besten Moskato, halbrothen und bernsteingelben, beidesehr süs, ohne fade zu seyn, zart und wohlriechend. Auch die Restimbotta, Capriata und Cala-vrisi genannten Sirakuserweine sind gesucht. Im westlichen Sizilien liefern Termini an der Nord-kiiste, Korleone im Innern, Girgenti, Kastelvetrano und Mazzara an der Südkiiste die bestenWeine. Vor allem berühmt ist aber Massaia durch Woodhouse geworden, einen Briten, welcherzu Anfang dieses Jahrhunderts mit einer kleinen Ladung Stockfische hinkam und mit dem Erlösderselben einen Weinhandel begann der ihn zum Millionär machte. So hat sich durch eineneinzigen Manu die Weinausfuhr Siziliens dergestalt gehoben, dass sie, während sie Jullien nurzu 25000 Salme im Werth von 375000 Franken angab, im Jahr 1834 den Werth von zwei undeiner halben Million Franken nnd im Jahre 1838 von 10,600000 Franken erreichte. Nach Englandallein wurden 1824: 5608 Ilectoliter, 1833 aber 14249 Hectoliter ausgeführt. Die Ausfuhr nachAmerika begannen die Genueser, jetzt nehmen auch Sizilianer daran Theil; nach Brasilien gehenjährlich etwa 20000 Barili Wein; viel Weingeist nach ganz Südamerika. Die Ausfuhr an rothemund gereinigtem Weinstein wird zu 24000 Zentner des Jahres angegeben. Von Sizilien hatsich der Aufschwung des Weinbandeis auch auf das Festland verbreitet, wo 1833 in Neapel dieCompagnia Enologica industriale delle due Sicilie gegründet wurde. Diese hat in der Felsenwandlinks vom Eingang der Gallerie von Posilippo drei grosse Keller, Gallerie, und eine Werkstatt,Arsenale, angelegt, mit einem ungeheueren Vorrath von Bouteillenweinen. Auf den liparischeuInseln übersteigt der Ertrag der Rehen denjenigen aller übrigen Gewächse zusammengenommen.Die Weinstöcke werden an zwei bis drei Fuss hohen Pfählen und wagerechten Rohrstäben gebil-deten Pergole gezogen, nur einzelne GrundeigeDthümer haben statt dieser Lauben einfache. Spaliereund säen Weizen in den Zwischenräumen. Auf Stromboli werden an den höchsten Stellen dieWeinberge durch starke Pailisaden gegen die Winde geschützt. Man presst die Trauben imWeinberg aus und füllt den Most in getheerte Schläuche, wodurch er einen Theergesehmackerhält. Die gewöhnlichen Weine sind geistig, angenehm nnd haltbar. Man macht auch viel Mal-vasier und Muskatellertrauben, welche gegen zehn Tage lang auf Rohrmatten gesonnt werden,und führt jährlich an dreitausend Barili Wein aus. Auch Branntwein wird viel ansgeführt, vor-züglich aber zweierlei getrocknete Trauben, die Passola, eine Art Zibeben aus der Greca diNapoli (V. v. liparicar, Presl) mit lockern Trauben nnd grossen, harten, etwas zugespitzten, gelbenhonigsüssen Beeren, und die Passolina aus der Korinthentraube (V. v. minuta Risso). Die jähr-liche Ausfuhr gab Spallanzani zu 12000 Barili Passola und 10000 Barili Passolina an.