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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Brodfrüchte auserhalb Europa.

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beziehen viele Pflanzer Georgiens und Süd-Carolinas ihren Samen von Nord-Carolina. Der Reis an der atlantischen Küste ist der beste in der Welt. Indi-scher Reis wird in London zu 10 Schilling pr. hundert, Carolina-Reis zu 18Schilling verkauft. Dies Uebcrgewicht ist zum Tbeil eine Folge der Behandlungund der Wahl des Samens. Die Maschinerien zum Dreschen und Reinigen desGetreides, welche in den Carolinas gebraucht werden, geben dem Reis daselbsteinen grossen Vorzug vor dem in Louisiana und anderen Theilen des Landeserzeugten. In beschränkter Menge wird er fast in allen südlichen Staaten ge-zogen und könnte wahrscheinlich auch in den mehrsten nördlichen Staaten gebautwerden. Eine gewisse Reissorte wächst hoch im Nordwesten, in Wisconsin, Jovaund Minnesota, und bildet einen Hauptnahrungszweig der Indianer. Die Ver-suche , welche man in dem nördlichen Europa, namentlich in Deutschland, mitdem Anbau dieser Pflanze gemacht hat, haben bekanntlich wegen unzureichen-der Wärme des Klimas sehr schlechte Resultate gegeben, aber sie wird in nichtunbedeutender Ausdehnung in der Lombardie und Ungarn, in Klimaten, die vondenen Ohios und des südlichen New-York nicht sehr verschieden sind, gebaut.Reisende haben eine Reisgattung in den Himalaya-Gebirgen gefunden in einerHöhe, wenig unterhalb des ewigen Schnees. Ohne Zweifel ist diese Gattungähnlich der, welche der Nordwesten der Vereinigten Staaten wild hervorbringt.

Der Reis wurde zuerst im Jahre 1694 von Landgrave Smith, von Char-leston, in Amerika eingeführt. Er hatte den Anbau der Pflanze früher in Ost-indien gesehen und verschaffte sich eine kleine Menge Samen von einem Schiffe,welches auf einer Reise von Madagascar nach Frankreich, vom Sturm in denHafen von Charleston getrieben wurde. Ungefähr zu derselben Zeit schickte derSchatzmeister der englischen Ostindia-Kolonie eine Quantität Samen nach denamerikanischen Kolonien. Einige Jahre lang wurde die Pflanze sorgsam in denGärten gepflegt und der Samen unter die benachbarten Pflanzer verbreitet, bisman ihren Werth nach und nach kennen lernte.

Die Richtung der Reisausfuhr ist wie folgt gewesen:

1850 .

1851 .

1852 .

Russland . . .

.... 2870

980

1112

Tierces

Preussen . . .

.... 2537

1538

2904

»

Dänemark . . .

.... 5757

4328

3911

55

Hansestädte . .

.... 15436

17867

19498

55

Holland

.... 8232

4156

4108

55

Belgien . .

.... 9420

5301

9877

55

England

.... 26755

15728

14274

55

Brit. Westindien .

.... 4287

2777

4983

55

Frankreich . .

.... 11469

6784

8495

55

Kuba ....

.... 24304

27918

38938

55

Andere Länder

.... 15003

18518

17157

55