Milch nnd Milch-Erzeugnisse.
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wendet werden muss, so werden nur 1 3 /i SIbpfg. für 1 $ in Anrechnung ge-bracht. Also für 1 Kuh jährlich 588 Sgr. oder 19,44 Thlr. und für obige11,853000 Milchkühe 230,422000 Thlr. Man hat den Versuch gemacht, denjährlichen Durchschnitts-Butt er ertrag von 1 Kuh zu 1 /s Ztr. zu bestimmen.Dies würde fiir sämmtliche deutsche Staaten 3,951000 Ztr. Butter ergeben.Welche sehr grosse Wichtigkeit sogar die frische Milch als Frachtgegenstandhat, beweist die Thatsache, dass der viert grösste Frachtartikel der HamburgerEisenbahn für die Einfuhr in Berlin, also die viertgrösseste Gütereinnahme, dieMilch ist. In den Jahren 1850 und 1851 wurden mit dieser Bahn nicht we-niger als 89673 Ztr. Milch dorthin gebracht. Auf der Anhalter Bahn war Milchder zwölft grösste Artikel (18610 Ztr.). Die anderen Preussischen Bahnen habenkeine erhebliche Einfuhr in diesem Artikel.
Im Vereinigten Königreich Grossbritannien und Ireland war dieEinfuhr zum Verbrauch von fremder
Butter
Käse
Ztr.
Ztr.
1849 . .
. . 278679
—
388078
1850 . .
. . 319854
—
339314
1852 . .
. . 287903
—
281629
1853 . .
. . 397910
—
383622
(Eiern, Stück
1852: 108,320550,
1853:
123,607070).
In London kostet
1
Gallon Milch 1
sUI. 4
den. durchschnittlich, was
für 1 Pr. Quart 3 Sgr. 5
Pf. bringt.
Paris bedarf jährlich
für etwa 18,500000 Franken Milch, worunter nur
ungefähr 2 /s Milchtheile sein
sollen.
Die Anfuhr auf den
innerh Hauptmärkten des Königreichs der Nieder-
lande beträgt jährlich etwa 3,850000 niederl. $. Butter und 13,500000 nieder!.
ft Käse. Die Ausfuhr belief
sich auf Niederl.
ff:
Butter.
Käse.
1851 . .
12,810174
—
22,450130
1852 . .
12,125662
•—
24,213584
werth fl. .
9,700528
—
8,474757
Für den 0österreichischen Kaiserstaat berechnet die amtlicheStatistik die Milch und Milcherzeugnisse wie folgt. Auch dort herrscht hinsicht-lich der Milchergiebigkeit grosse Abweichung in den einzelnen Kronländern.Während z. B. (nach Dr. Hlubek) in Steiermark Kühe jährlich bis zu 2500Maas Milch und im Gesammtdurchschnitte 1000 Mas liefern, gewinnt man inder Militärgrenze kaum 500 und in Dalmatien wohl gar nur 400 Maas. DieKühe Ungarischer Rasse sind an sich (selbst bei genügender Fütterung) milch-arm. Man sieht sich daher genöthigt, die Mittelzahlen nach bestimmten Annah-men aufzustellen und es mag hier angenommen werden, dass eine Kuh imLombardisch-Venetianischen Königreiche 1250, in Salzburg, Steiermark, Kärnthen,Tyrol und Voralberg jährlich 1000, in Nieder- und Ober-Oesterreich, Böhmen,Mähren und Schlesien 900, in Krain, im Küstenlande, in Galizien und der Bu-kowina 800, in der Wojwodschaft und dem Banate 700, in Ungarn, Sieben-