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.Erwerb durch Bodenanbau.
kundigen Provisoriums in welchem es sich befand und trotz des Grundfehlersder bei seiner Einrichtung dadurch begangen war, dass man seinen Wirkungs-kreis nicht auf alle Erwerbszweige ausdehnte, wenn man überhaupt eine solcheFachscheidung fiir erforderlich hielt — während der kurzen Dauer seines Be-stehens eine erfolgreiche Thätigkeit entwickelt. Als Beispiele derselbensind hervorzuheben: der landwirthschaftliche Kongress 1849; die Umgestal-tung einiger L an d wirthsch af ts - Ges e 11 s ch aften; die landwirthshaft-lichen Lehranstalten, (Minist. Erlass vom 9. Juni 1849 und wegen derhohem L.-Anst. zu Ungarisch-Altenburg vom 31. Oktob. 1850) welche einemusterhafte Einrichtung erhalten haben; die Forst-Lehranstalten (z. B. fürMaria Brunn Neugestaltung durch M. V. vom 30. April 1852); die monta-nistischen Unterrichts-Anstalten (Minist. Erl. vom 6. Februar 1849für Leoben und Przibram und vom 9. Juni 1849); die Errichtung und Anlagevon Getreide-Spar-Speichern (Minist. Er. vom 19. Juli 1849); die Ver-besserung der Bergakademie in Schemnitz, namentlich durch 30 Stipendienvon je 200 fl. (Minist. Vdg. vom 25. März 1851); die bergordnungsmässigestrenge Ueberwachung des Bergbau-Betriebes (Miflist. Vdg. vom 15.April 1852); das Forstgesetz (K. Patent vom 3. Dezember 1852), eine der noth-wendigsten Masregeln der Verwaltung, deren Wirkungen über Menschenalterhinausreichen werden; endlich eine Menge einzelner Masregeln zu Gunsten derdem Ministerium anvertrauten Erwerbszweige. Der Ausgabe-Bedarf diesesMinisteriums war im Jahre 1849: 171962, 1850: 208549, 1851: 316675 fl,,wovon etwa 10 bis 11000 durch eigene Einnahmen gedeckt wurden (z. v. meineFinanz - Statistik Oesterreichs, S. 807). Zu den Beförderungsmitteln derLand wir th scliaft gehören ferner: die landwirtschaftlichen Vereineund Lehranstalten. Die Ersteren haben durch die veranlassten öffentlichen Aus-stellungen von landwirthschaftlichen Erzeugnissen und Werkzeugen, durch dieVertheilung von Prämien, durch die Ausführung von Versuchen, wozu die gröss-tentheils wohlhabenden Mitglieder die Mittel bieten, durch Belehrung und durchVerbreitung populärer Schriften nach vielen Richtungen wohlthätig gewirkt, dieoekonomische Bodenkunde gepflegt und eine bedeutende Anzahl der grösserenGüter-Komplexe dem rationellen Betriebe zugeführt. Gegenwärtig bestehen diefolgenden Vereine (Hain Statistik II, 157):
Niederösterreich. 1. Die k. k. niederösterreichische Landwirthschafts-Gesellsehaft zu Wien (1850: 1644 Mitglieder) mit 4 Sektionen a) für Feld- undWiesenbau nebst Viehzucht, b) für Obst- und Weinbau, c) für Forstwirthschaftund d) für landwirthschaftliche, politische und Rechtsverhältnisse. Die Gesell-schaft zählt 55 Bezirks-Vereine. 2. Die k. k. Gartenbau-Gesellschaft in Wien(1850: 189 Mitglieder) — (Allgem. land- und forstw. Zeitung, Wien; Oesterr.Vierteljahresschrift; Wien).
Oberösterreich. 1. Die Landwirthschafts-Gesellschaft zu Linz; 2. derforstwirthschaftliche Verein zu Lambach.