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Erwerb durch Bodenanban.
Aus dem Vorenthaltenen ergiebt sich, dass schon seit langer Zeit in Russ-land für den Bodenkredit mehr gethan ist, als in den mehrsten Staaten deswestlichen Europa. Es geht ferner daraus hervor, dass Russland eine Anzahleigenthümlicher und nachahmungswerther Einrichtungen dieser Art besitzt, derengenaueres Studium ich empfehle. Leider hat von Haxthausen, in seinen sonstvortrefflichen Studien über Russland, diesen Verhältnissen nur wenige Mitthei-lungen gewidmet, allein er macht eine Nutzanwendung (III., Seite 526),woraus ich Einiges hervorhebe:
„Wie in England gilt in Russland der Grundsatz, dass aller Grund und„Boden eine Verleihung des Zaaren sei, in letzter Instanz ihm gehöre. Wie in„England ist in Russland der Adel der fast einzige Besitzer des Grund und„Bodens, dort durch die Fügung der Umstände, hier sogar gesetzlich. (In Eng-land ist freilich das Krongut an Grund und Boden unbedeutend, während es„in Russland die Hälfte bildet.) Der russische grundbesitzende Adel bildet in„jedem Gouvernement eine geschlossene und fest und wohl konstituirte Körper-schaft. Es sind demnach alle Grundlagen vorhanden, auf welchen sich Asso-ziationen, Aktiengesellschaften, selbst Handels- und Gewerbskorporationen Mi-nden könnten, um grossartige Meliorationen im Landbau, Chaussee-, Kanal- und„Eisenbahnbauten auszuführen, und die Produkte des Landbaues mit den Fabri-„kationen in Verbindung zu bringen, auszuführen, zu verwerthen. Der russische„Adel ist hinlänglich zu solchen Geschäften durch seine Bildung befähigt, oder„wird sich doch leicht hierin finden, er ist dabei von den Vorurtheilen des west-europäischen Adels gänzlich frei, der sich mehrstens überall hochmüthig von„Handel und Gewerben abwendet. Die Beschäftigung mit dem Landbau muss„alle seine geistige Interessen wecken, ihn anspornen, sich mehr intellektuell„und zugleich praktisch auszubilden , da er bald die Einsicht, gewinnen wird,„wie dies seine materiellen Interessen fördert. Er wird dann nach einigen Jah-„ren des Staatsdienstes, welche nun einmal jeder russische Adelige wie eine„Schule des Lebens durchmachen muss, sich auf seine Güter zurückziehen und„sich dem Landbau, der edelsten Beschäftigung des Menschen und seinen ver-wandten Gewerben ergeben. Dass eine solche für das gemeine Wohl wie für„ihn selbst nützliche Thätigkeit, den russischen Adel vor Trägheit und Faulheit„im Leben und ihren Folgen, und vor der leeren Buhlerei mit den modernen„politischen Ideen und Richtungen bewahren wird, ist auch eine nicht zu ver-achtende Folge. Um die hier angedeutete Richtung und Anregung beim russi-schen Adel ins Leben zu rufen, wird es fast nur des bestimmt ausgesprochenen„Wunsches des Kaisers und etwa der der ernsten Anmahnung von seiner Seite„bedürfen. Und wenn dann nur das Gouvernement die etwa vorhandenen Hin-dernisse aus dem Wege räumt, die nöthigen Hülfen und Privilegien, für Me-liorations-Kompagnien, Aktien- und Handelsgesellschaften gewährt, wenn das„Gouvernement sich dabei so wenig wie möglich direkt einmischt, sondern nur