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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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' Veredelnde Erwerbe.

tägliche Erfahrung zeigt, höchst einseitig und lückenhaft bleiben); oder auf Han-dels-Lehranstalten; endlich durch kaufmännisches Reisen. Da in vielenFällen die genauste Beschreibung eines Geschäftsfreundes, oder das beste Buch,die eigene Anschauung nicht zu ersetzen vermag, so soll der angehendeKaufmann (mit hinreichender theoretischer und praktischer Vorbildung versehen)die Plätze aufsuchen, auf denen sein Verkehrszweig am grossartigsten sich be-wegt, er soll die wichtigsten Bezugsorte selbst kennen lernen. Die Ausdehnung,das Uebergewicht und die Tüchtigkeit des englischen Handels entspringt vorzugs-weise aus der Gewohnheit der dortigen jungen Kaufleute, den Verkehr auf seinenwichtigsten Plätzen im Auslande aufzusuchen. Ein Theil derselben siedelt sichdort an, bleibt aber Engländer und wird ein Knoten des vielfach verschlunge-nen Netzes, womit die Englischen Niederlassungen die ganze Erde umzogenhaben. — Von den Deutschen Häfen sind (in einiger Ausdehnung) nur Bremenund Hamburg diesem Beispiele gefolgt und liefern den Beweis, was die In-telligenz und Kraft eines (sogar nur auf eigene Mittel hingewiesenen) Platzeszu leisten vermag. — Der Unt er ri c h t in der Schifffahrts-Kunde umfasstdie Steuermannskunst, d. li. den Inbegriff derjenigen Kenntnisse und Fertigkeiten,welche zur Lenkung eines Schiffes erforderlich sind, und die Seemannsschaft,d. h. dasjenige Wissen mit praktischer Uebung, welches zum Kommando undzur Regierung eines Schiffs gehört. Beide Zweige werden entweder in verschie-denen Anstalten oder in besonderen Klassen derselben Anstalt gelehrt; leiderjedoch haben bis jetzt noch viele Schulen nicht erkannt, dass (wenigstens denangehenden Kapitänen) der Unterricht auch: — über die Eigenschaften einesbeladenen und unbeladenen Schiffs, seine Stabilität, Bewegung, Takelage, diezweckmässigsten Stellungen der Segel, so wie der Gebrauch der Anker undTaue unter günstigen und verschiedenen ungünstigen Verhältnissen; über See-rechte und Seegebräuche; in der Waarenkunde; im Allgemeinen über den Han-delsbetrieb — einem tüchtigen Schiffführer unentbehrlich ist. Zur Sicherung derErfolge der Navigationsschulen sind von den mehrsten Regierungen Prüfungender Kapitäne, Steuermänner und Lootsen angeordnet; sie müssen die Erwer-bung der zu ihrem Berufe unentbehrlichen Kenntnisse nachweisen, bevor ihnenein Fahrzeug, das Leben von Menschen und eine werthvolle Ladung anvertrautwerden können. Dass man in der Regel dabei einen Unterschied zwischen S e e-> Schiffer und Küstenfahrer macht, liegt in der Natur der Verhältnisse; nurmüssten die Begriffe dieser beiden Klassen genauer festgestellt werden, wasnicht allenthalben geschehen ist. —• Zu den wichtigeren Beförderungsmitteln derAusbildung gehören auch kaufmännische und Marine-Bibliotheken.Von Ersteren ist wohl eine der bedeutendsten die Kommerz-Bibliothek in Ham-burg; von Letzteren findet sich die Grösste in England (es ist die Seebibliothekdes Britischen Museums); dann hat auch Frankreich in allen grösseren SeehäfenMarine - Bibliotheken. Auch Bremen, Lübeck und Triest besitzen ansehnlicheBibliotheken für den Handels- und Sehifferstand.