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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Ausbildung für Erwerb und Verkehr.

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getrennt; werden doch, als ähnlichen Zwecken dienend, hier am passendsten zu-sammen gebracht. In dem Mase, als der Handel seinen Geschäftskreis erweitert,Völker einander nähert und die allgemeine Zivilisation befördert, fühlt man im-mer mehr, dass ein gründliches Studium der Handels-Wissenschaften, welchezugleich überall der Volkswirthschaft zur Hauptgrundlage dienen sollten, sichmit der Praxis und dem Thatsächlichen verbinden muss. Der Handel — welcherin seinem Entstehen nichts als ein einförmiger, sehr leichter Tausch war; dannvon einzelnen ausgezeichneten Staatsmännern mehr hervorgehoben und geachtet,von den Regierungen im Allgemeinen aber noch lange nacher gering geschätztwurde, da sie dessen wichtige Bedeutung nicht zu erkennen vermochten und erdeshalb höchstens unbelästigt blieb — der Handel schlingt das herrlichste Bandum die vorgeschrittene menschliche Gesellschaft, gewährt den mächtigsten Hebelzur Verbreitung aller nützlichen Kenntnisse und ist die erste Bürgschaft für Er-haltung des Friedens und der Ordnung. Aus diesem Gesichtspunkt betrachtet,ist der Handel nicht mehr das Fach einer alltäglichen, gewöhnlichen Uebung,und nur anmasende Unwissenheit kann dessen wissenschaftliche Seite als Neben-sache betrachten. Derselbe stellt vielmehr eine weit umfassende Wissenschaft dar,welche viele Andere mehr oder minder in sich schliest. Um ehrenvoll die wichtigeLaufbahn desselben zu bestehen, genügt es nicht mehr, Waaren nach ihrenschlechten oder guten Eigenschaften unterscheiden zu können, die Kunst desgewöhnlichen Rechnens und des Buchhaltens zu verstehen, die Quellen zu ken-nen, aus denen man auf hergebrachte Weise Waaren bezieht, oder die Ge-genden, denen man dergleichen auf eben solche zutheilt. Der Kaufmann jetzi-ger Zeit muss vielmehr, neben einer Kenntniss der Zollgesetze der mehrstenLänder und der ihrer Abfassung zum Grunde liegenden Motive, der Münzen,Mase, Gewichte, Wechselrechte u. s. w., die physische und politische Geografiealler Theile unseres Erdbodens, die Erzeugnisse, welche sie hervorbringen, dieauf den Handel Einfluss habende Gesetzgebung, kaufmännische Rechtspflege, Ge-bräuche und Usanzen, die Anstalten für den Verkehr, das Wesen der Fabri-kation (nicht allein im eigenen, sondern in vielen anderen Ländern), die Schiff-fahrt mit ihrem weiten Felde — kurz die Theorie und Praxis des Handels imweitesten Sinne studirt haben; auf alle Fortschritte und Veränderungen achten,und um alles Dieses mit Leichtigkeit zu fassen, sich viele dazu führende Grund-kenutnisse erworben haben. Bei alledem soll der Kaufmann nicht gelehrt,wohl aber gebildet, sehr gebildet sein. — Bedenkt man, dass jetzt derHandel die Seele, das Lebensprinzip der Politik aller zivilisirten Länder ist,oder sein soll, dass fast alle geistigen und materiellen Interessen damit verknüpftsind, so darf man sich über die gesteigerten geistigen Ansprüche, welche an denKaufmann gemacht werden, wohl nicht wundern. — Tüchtige Fortschritte desHandels können nur noch mit tüchtigen Kenntnissen Hand in Hand gehen. —Die Erlernung solcher Kenntnisse geschieht entweder durch praktische Geschäfts-Übung (muss aber, ohne hinzutretende theoretische Ausbildung, wie die

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v, Heden, Statistik v. Europa.