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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Veredelnde Erwerbe.

19. Freie Stadt Frankfurt.

Musterschule (höhere Bürger-, Ober- und Unter - Realschule), seit 1804,neugestaltet 1819; 16 Klassen; 22 Lehrer und an 600 Schüler; Jahresbedarf30000 ü. — Gewerbe-, Sonntags- und Abendschulen der Gesellsch. zur Be-förderung nützlicher Künste und deren Hiilfswissenschaften (Staats-Kaldr. 1853,S. 123 und Gewb. Bl. f. d. Grossherz. Hessen 1849, S. 107). — Viele sehrbesuchte Privat-Lehranstalten (daselbst S. 90); worunter eine insbesondere derVorbereitung für den Handel gewidmet (Meidinger, Frankfurts gemeinnützigeAnstalten, S, 329). —

G. Verarbeitung des Flachses und Hanfs.

In einer von Umsicht und Sachkunde zeugenden Schrift des Dirigentender Königl. Flachsbauschule für Niederschlesien A. Rüfin (der Flachsbau unddie Flachsbereitung in Deutschland, Breslau 1853) wird die frühere und jetzigeErzeugung und Verwerthung des Flaches wie folgt dargestellt. —Bei, dem nach herkömmlichem Gebrauch gewonnenen Flachs kann man den Er-trag für 1 Magdeb. Morgen durchschnittlich auf 2 V 2 Ztr. gebrechten Flachsveranschlagen. In den günstigeren Zeiten der Leinenmanufaktur und des Leinen-handels wurde der Ztr. gewöhnlichen Flachses mit 20 Thlr. und darüber be-zahlt; so dass der Mittelertrag sehr wohl auf 50 Thlr. vom Morgen allein ausdem Flachse veranschlagt werden konnte. Sechs bis acht Scheffel Leinsamen,der Scheffel zu 3 — 4 Thlr., gab ebenfalls eine Einnahme von durchschnittlich24 Thlr., so dass der gesammte Rohertrag auf 74 Thlr. zu stehen kam. Diedamaligen Erzeugungskosten stellten sich dem gegenüber wie folgt heraus:

Saat und Bestellungskosten einschliesslichJäten, Raufen und Riffeln für 1 Morgen

Röstekosten auf 2 V 2 Ztr.

Brecherlohn für 1 ^ 3 Pfg.

Morgen 9 Thaler

Zusammen I 2 V 4 Thlr.

Hiernach wäre der frühere Reinertrag auf etwa 62 Thlr. und auf 60 Thlr.zu veranschlagen, was besonders in Rücksicht auf die damalige niedrige Boden-rente ein ausserordentlich hoher Ertrag zu nennen ist. In jetziger Zeit isteine solche Rente zu erzielen, wenigstens bei dem damaligen Verfahren der

Flachsbereitung, durchaus unmöglich. Der höchste Preis für gebrecfiten Flachs

beläuft sich jetzt auf 11 Thlr. für 1 Ztr.; was bei 2 V 2 Ztr. Ertrag 27V 2 Thlr.betragen würde; — dazu für Leinsamen 24 Thlr.. giebt 51 V 2 Thlr. roh. —Die Bestellungskosten sind jetzt statt auf 9 Thlr. mindestens auf 12 Thlr, dieKosten der Röste wenigstens auf 1Y 2 Thlr. und der Brecherlohn auf 5 Thlr.also sämmtliche Erzeugungskosten auf I 8 V 2 Thlr. zu berechnen; so dass hier-nach noch 33 Thlr. übrig blieben. — Dies ist aber ein Anschlag, der fast nur