Verarbeitung des Flachses und Hanfs.
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ausnahmsweise erzielt wird, da der Ertrag von 2Vs Ztr. jetzt schon eine grosseSeltenheit ist, und der durchschnittliche Flachspreis selten 9 Thlr. für 1 Ztr. er-reicht. — Rechnet man auch, dass sich der haare Bodenertrag gegen jene Zeit,wo ausser dem Flachse fast nur die gewöhnlichen Brodfrüchte angebaut undüberhaupt nur 2 /3 des pflugbaren Landes wirklich bestellt wurden, nur um 50Prozent vermehrt habe — während sich der Ertrag vom Flachse auf x /3 desfrüheren Betrages verminderte, so verhält sich jetzt die Flachsnutzung zur all-gemeimen Bodenrente (den durchschnittlichen Ertrag auf 3 Thlr. für 1 Morgengerechnet) wie 20 zu 3, — und früher stand sie wie 15 zu 1. —
Für den Zweck dieser Schrift beschränke ich mich auf den Versuch einervergleichenden Zusammenstellung der mechanischen Flachsspin-
nerei in Europa:
Spindelzahl
Prozentantheil
1) England.
1,150000
66,67
2) Frankreich *).
250000
14,49
3) Deutschland (nämlich Oesterreich,Preussen, Bayern, Württemberg, Ba-den, Hannover, u. s. w.) etwa . .
135000
7,83
4) Belgien etwa.
120000
6,96
5) Russland etwa.
50000
2,89
6) Sonstige Staaten (Holland, Dänemark,Piemont u. s. w.).
20000
1,16
Zusammen .
1,725000
100
Die vollständigen Bau- und Einricht
ungs-Kost
e n einer Flachs
und Werg-Maschinenspinnerei berechnet man auf den Durchschnitt 1 Spindel inEngland zu 26 Thlr., im Zollverein zu 30—33 Thlr., in Oesterreich zu 55 Thlr.,in Russland zu 65 Thlr. Zum Mittelsatze angeschlagen, haben mithin die jetztvorhandenen mechanischen Flachsspinnereien etwa 5 Vs Millionen Thlr. gekostetund ihre Leistungsfähigkeit ist jährlich ungefähr 850000 Ztr. verschiedener Garne.
Im Oesterreichischen Kaiserstaate gehört die Verarbeitung desFlachses und Hanfs zu den ältesten veredelnden Erwerben. Sie stand auch dortbis auf die neueste Zeit in erster Reihe der Wichtigkeit, und selbst jetzt nochgewährt sie verhältnissmäsig der grössten Menschenzahl Beschäftigung. Die Ge-schichte ihrer Blüthe, ihres allmähligen Absterbens und hoffentlich ihrer Verjüngung,ist der von mir für Preussen (Erwerbs-Statistik, S. 1602) gemachten Darstel-lung sehr ähnlich, weil dieselben Ursachen eingewirkt haben. Die amtliche Sta-
') In einer französischen Zeitung vom März 1854 ist die Zahl der mechanischen Flachs-spinnereien in Frankreich zu 180, mit 476150 Feinspindeln, angegeben. Dadurch würde dieGesammtzahl der Flach ss pin dein in Europa auf 1,951000 steigen und der Antheil Frank-reichsauf 24,41°/o sicherhöhen. Davon soll das Norddepartement 125 mit 310100, Pas-de-Calais12 mit 26100, Somme 13 mit 49000 Spindeln besitzen. — Ungeachtet dieser Einzelheiten, binich bei der älteren amtlichen Angabe geblieben, weil die Zeitung keine Quelle augegeben hat. —