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Veredelnde Erwerbe.
tistik berechnet im Mittel eine Jahreserzeugung von Flachs auf 1,182000Ztr., von Hanf auf 1,860000 Ztr. im Gesammtwerthe von 52 Mill. FI. K.Mze.Durch die bezeicbnete Einfuhr und Ausfuhr stellt sich der jährliche Verbrauchvon Flachs auf 1,180000 Ztr., von Hanf dagegen auf 1,900000 Ztr., zusammen52 3 /4 Mill. Fl. werth. Daraus kommen 354000 Ztr. verspinnbarer Flachs und590000 Ztr. Flachswerg. Für die mechanische Flachsverspinnung giebtes bis jetzt nur etwa 50000 Spindeln; allein, wie in Preussen, werden auch inOesterreich grosse Anstrengungen gemacht, um das Versäumte, — durch Ver-besserung des Anbau-, Zubereitungs-, Verarbeitu.ngs-Verfahrens u. s. w. —nachzuholen. Die Lage der Handspinner ist hoffnungslos wie überall. Die Garn-mengen berechnen sich zu:
310000 Ztr. aus Flachs.33 Mill. FI.
359000 „ „ Flachswerg .... 10 „ „
250000 „ „ Hanf ...... 17 „ „
350000 „ „ Hanfheede.5 „ „
im Gesammtwerthe also von 65 Mill. Fl. Dazu kommen durch Hanfverwendungzu Seiler- und Tauschläger-Arbeiten 750000 Ztr. und 14 3 /4 Mill. FI., sowiedurch Hanfverbrauch im rohen Zustande 150000 Ztr. und 2'/a Mill. FL, imhalbveredelten Zustande noch fernere 6 Mill. Fl.
Als Schlussergebniss dieser (allerdings sehr runden) amtlichen Schätzun-gen, stellt sich dar, dass sämmtliche Erzeugnisse des Oesterreichischen Kaiserstaatsaus Flachs und Hanf (mit Einschluss des zu sonstigen Zwecken verwendetenRohstoffs) einen Geldwerth von 130 3 /i Mill. Fl. K. Mze. haben; wovon 52Mill. auf den Rohstoff kommen, welcher mithin eine Veredelung um 152 Prozentseines Werthes erlangt. Von jenen 130 3 A Mill. Fl. sind etwa 60 Mill. oder 46Prozent als Werth der in den Handel (äusseren und inneren) gebrachten Er-zeugnisse zu berechnen.
Von den 109,685000 Morgen Grundfläche des Preussischen Staatessind etwa 46,052000 Morgen dem Ackerbau gewidmet und davon mag (nachAnnahme der besten Gewährsmänner) 1 Prozent, also 460000 Morgen, demLein- und Hanfbau zugetheilt sein. Diese Annahme dürfte nicht zu hoch schei-nen, wenn man die genauer bekannten Anbauverhältnisse einiger Nachbarländer(Polen, Böhmen und Oesterr. Schlesien, Hannover, Belgien) in Betracht zieht,welche weit stärkere Verhältnisse ergeben. Wenn ferner angenommen wird, dassim Durchschnitt 1 Morgen Leinland 180 Pfd. geschwungenen Flachs*)
’) Dass diese Flachsmenge nicht zu hoch berechnet ist, kann aus den mir vorliegendenNachrichten leicht nachgewiesen werden. Von 1 Morgen Leinlaud werden zwischen 1200 und2500 Pfd. Strohflachs (d. h. Stengel ohne Saamenkapseln im lufttrockenen Zustande) —alsoim Mittel 1800 Pfd. geerntet. Da durch die Rotte 25 bis 35 Prozent am Gewicht verloren gehen,so bleiben im Mittel 1260 Pfd. trockne Rottstengel. Das Brechen und Schwingen bewirktimDurchschnitt 75 Prozent Verlust, so dass nochc immer 315 Pfd. geschwungener Flachs von 1Morgen erlangt werden; abgesehen von 30 bis 40 Pfd. Schwingheede zu groben Seilerwaaren.In guten Flachsländern berechnet man von 1 Morgen 300 Pfd. geschwungenen Flachs.