Gewinnung und Verarbeitung der Seide.
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markt und Ausfuhrplatz, sondern auch der wichtigste Fabrikplatz für Seide, ob-gleich auch in Konstantinopel und Adrianopel feine Seidengewebe mit Gold undSilber gemischt verfertigt werden. Die Zucht der Seide und deren Verarbeitungwürde, bei den so sehr grossen natürlichen Begünstigungen, weit raschere Fort-schritte machen, wenn nicht Abgabendruck (22 Proz. des Werths) und Unsicher-heit des Eigenthums hinderlich wären.
Salonich besass im Jahre 1840: 439 Seiden - Haspel mit 1169 Arbei-tern, 1845 schon 795 Haspel mit 1977 Arbeitern (grösstentheils weiblichen Ge-schlechts, welche 3 Piaster erwerben); jetzt gibt es dort etwa 965 Seidenhaspel.Die Kokonpreise schwanken zwischen 10 und 15 Piaster; die feine Seide wirdUso piemontese gehaspelt, die gewöhnliche führt den allgemeinen Namen Maze-donische Seide. Auch in Seres wird gewöhnliche Seide gehaspelt; dann in Dri-nam, Kclkif, Nausta und Melenich. — Die Rohseide-Aus fuhr von Salonichbetrug in Pfd. 1840:38000, 1841:41000, 1842: 46750, 1843:55000, 1844:66000, 1845 (mit der Galletseide in Kokons): 107250, 1851 aber schon 240000Pfd., wovon 30000 Oke Organzin Uso piemontese, 6000 Trama und 60000Galletseide in Kokons. Organzin ging nach Frankreich und erhielt für 1 Oka220—260 Piaster; Trama vorzugsweise nach Triest bestimmt, wurde mit 135—150 Piaster bezahlt; die Kokons kosteten 1 Oka 13—16 Piaster. Zu einer OkeRohseide al uso piemontese gehören 13—14 Oke Kokons. Ganz Thessalienerzeugt jetzt an 40000 Oke Rohseide und zwar Aia, Ambelakia und Tournavoerster Güte; Zagora, Volo und Alassona zweiter Güte; Triccala, Armyro undAgrapha dritter Güte. Etwa 20000 Pfund hiervon werden im Lande verar-beitet, namentlich in Makrinitza und Portaria (Distrikt Volo) zu den Stoffen,welche man Alatzia nennt. Die Ausfuhr geht entweder über Salonich und Volo,auch durch Smyrnas Vermittelung; oder über Jannina (woher die Benennung Jan-nina-Seide) und Korfu. Skutari in Albanien hatte früher den grössten Theilder Seidenausfuhr von Rumelien. Obgleich jetzt durch Adrianopel und Salonichdaraus verdrängt, kommen doch noch immer ansehnliche Mengen Seide vonPhilipoppel, Ternovia, Selvia und von den Messen nach Skutari, weil dort derVerbrauch (namentlich durch einige hundert Verfertiger von Seidenlitzen undTr-essen) bedeutend ist.
In Serbien und den Donau-Fürstenthümern ist die Seidezuchtunbedeutend, jedoch beginnt sie seit einigen Jahren sich zu heben und in derWlachei hat die Regierung verschiedene Masregeln zur Aufmunterung dersel-ben ergriffen. Die dort erzeugte Seide wird ohnehin schlecht behandelt, nament-lich zu grob gehaspelt. Ihrer Natur nach ist sie gut, — Die Seideausfuhrder Europäischen Türkei (mit Griechenland) betrug nach England 1790nur 17000, 1791: 52000 Pfd.; wogegen sie sich belief in Pfd. 1831: 452266,1832: 457866, 1833: 368669, 1834: 419368, 1835: 677561, 1836: 678751,1837: 383855, 1838: 478175, 1839: 731905, 1840: 725189.
Die Gesammterzeugung der Europäischen Türkei an Rohseide
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