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Veredelnde Erwerbe.
ist hiernach für ein Mitteljahr zu 115000 Oke oder 2875 Zollztr. zu berechnenwelche einen Verkaufs-Durchscbnittsw.erth' von 1,006000 Thlr. hat.
Vor etwa 10 Jahren schätzte man eine günstige Ernte für ganz Ana-toli auf 6000 Ballen Rohseide (1 Ballen zu 61 Oke zz 166 Pfd.), also etwa9960 Ztr. und nahm an, dass davon im Lande 6 bis 800 Ballen verbraucht,nach Syrien und Egypten 3 bis 400 Ballen gebracht und der Rest zum Werthevon 40 bis 50 Millionen Piaster ins Ausland geführt wurde. (Ein IesenswertherBericht über die in Smyrna zum Markt gelangende Seide, vom dortigen Preus-sischen Konsulat, steht in den Pr. Annalen der Landw. von 1853, S. 476). —
Syrien erzeugt an 1200 Kantar (von 18772 Oke) also 225000 OkeRohseide, welche in Damaskus, Aleppo, Beyrut, Tripoli, am Libanon, in Saida,Hama u. s. w. verarbeitet werden. Damaskus besitzt an 4000 Webestühle fürGewebe aus Seide und Seide mit Baumwolle; Aleppo etwa 300 Webestiihlefür Seidenstoffe mit Gold und Silber; auch Antiochia erzieht und verarbeitetSeide in ansehnlicher Menge, wovon ein grosser Theil über Aleppo ausgeht.Beyrut führte im Durchschnitt von 1833 bis 1836: 1204 Ballen zum Werthevon 2,123000 Pranken aus; im Jahre 1850 dagegen für 1,415000 Seide undKokons und fiir 1,171000 Frk. Seidenwaaren. Der Seidenhandel hat in Beyrutseit einigen Jahren sehr sich gehoben; die Rohseiden- und Kokon-Ankäufe er-reichten 1852 sogar die Summe von 3,500000 Frk. und die Kokonpreise habenseit 1848 von 7 auf 22 Piaster für 1 Oka sich gehoben..
Von den Türkischen Inseln treiben Kreta (8 — 9000 Oke), Cypern(11—12000 Oke), Samos, Mithilene etc. Seidezucht und haben auch etwas Ausfuhr.
Nach dem Vorhergegangenen kann die durchschnittliche Ernte der Tür-kischen Besitzungen in Asien zu 624000 Oke Rohseide berechnet werden,wodurch die Gesa mm tausbeute des Türkischen Reichs an Rohseidein einem Mitteljahre auf 739000 Oke oder 18475 Zoll-Zenter zu einem Ver-kaufs-Werthe von 7,390000 Thlr.
Als ausser europäische Erzeugungsländer kommen für Seide nurnoch Persien, Ostindien und China in Betracht, weil die Kultur in Java, amKap der guten Hoffnung, in Algier, Egypten, Westafrika, Mauritius, Jamaika,dem Französischen Westindien, Mexico, Brasilien, den Vereinigten Staaten etc.hinsichtlich der Menge bis jetzt zu wenig Bedeutung hat, um hier besprochenzu werden. (Z. v. Ritter, Ueber Verbreitung der Seidenzucht in Asien, Berlin1838, N. A. in einer Samml. 1853). Die ihrer Natur nach schönen aber grossen-theils mangelhaft behandelten Persischen Seiden werden vorzugsweise im Landeselbst verarbeitet; der Ueberschuss kommt entweder zur See durch BritischeVermittlung, oderauf Landwegen durch Kleinasien oder über die Russische Grenzenach Europa. Die ganze Ausfuhr dahin wird nicht höher als auf 160000 Pfd.geschätzt, allein andere 210000 Pfund gehen nach Indien und in das innereAsien. — Die Seide- und Seidenwaaren-Ausfuhr Ostindiens kann so ziem-lich der entsprechenden Einfuhr in England gleich gerechnet werden (z. v. unten)