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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Bergbau u, Hüttenbetrieb. (Eisengewinnung u. Verarbeitung.)

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: auch ferner rasch, überholte bereits 25 Jahre später die Einfuhr Schwedens undNorwegens und erreichte gegen das Ende des 18. Jahrh. die Menge von 350000metrischen Zentnern d. h. 70% der damaligen gesammten Eiseneinfuhr Englands.— Allein schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts trat eine Wendung ein, welchesehr rasch die Lage der Verhältnisse änderte. Landbau und Fabrik - Industrie .Russlands hatten ihre Entwickelung begonnen, sie bedurften mehr Eisen als dielangsamer erweiterten Eeisenwerke ihnen zu liefern vermochten; diese aber zogenden Absatz in der Nähe den weiten Sendungen in’s Ausland vor. Die bedeu-tendsten Grupp en der Eisenhütten und Gruben sind: die Wyssokogorskischeauf dem Ost-Abhange des Ural unter 58° N. Br. und die am B ullon-Fluss,auf dem West-Abhange des Ural unter 55° N. Br. Nur diese Gruben liefern zurStahl-Fabrikation geeignetes Eisen. Ausserdem trug zur Verringerung der Aus-fuhr sehr wesentlich der Umstand bei, dass mit dem Beginn des laufenden Jahr-hunderts, in England die Anwendung der Steinkohlen Statt des Holzes in denSchmelzhütten die Oberhand gewonnen hat. Man verbrauchte nun dort immermehr einheimisches Eisen und zuletzt wurde nur noch das zur Stahlverfer-tigung unentbehrliche nordische Eisen eingeführt, wobei indess das Schwedische; (weit bessere) Eisen bald überwog. So kam es, dass Russland im Jahre 1836| nur noch 62000 metrische Ztr. (Schweden und Norwegen 141800), 1841 nurnoch 30520 (Schw. und Norwegen 176280) metr. Ztr., in den neuesten Jahrensogar nur noch 10—15000 metr. Ztr. Eisen nach England sendet; dagegen selbst115—120000 metrische Ztr. Britisches Eisen empfängt. Der Eisen-Verbrauch) Russlands ist im raschen Fortschreiten begriffen.

■ Seit dem Jahre 1840 z. B., wo die Goldwäscherei in Sibirien (einem Lande,

; das fast gar kein eigenes Eisen besitzt) einen besondern Aufschwung gewonneni hat, eröffnete sich den Uralischen Eisen-Bergwerken ein neues Feld für Absatz) ihres Erzeugnisses. Tobolsk wurde der Hauptmarkt für grobe und mehr bear-’ beitete Eisenwaaren, für Tafeleisen, Nägel, Schaufeln, Brechstangen, Dampf- undandere Maschinen u. s. w. Nach Tobolsk kommen nun hauptsächlich die Erzeug-nisse der Wyssokogorskischen Hütten, die dieser Stadt am nächsten liegen undim Besitze schiffbarer Flüsse sind.

; Aber den grössten Einfluss auf die letztgenannten Hütten hat die in den

5 letzten Jahren ungewöhnlich gesteigerte Frage nach Eisenplatten, denn diese

; in jeder verlangten Stärke und Grösse zu liefern, sind sie vorzüglich geeignet.

' Das Russische Platteneisen ist nicht' nur in Russland, sondern auch auf allen

( ausländischen Märkten (wo dessen Einfuhr nicht verboten ist), so sehr geschätzt,

dass die Hüttenbesitzer ihr Eisen in Platteneisen verwandeln und dieses 50%theuerer verkaufen, als das gewöhnliche Stangeneisen. Vergleicht man die Stellungder Russischen und Schwedischen Eisenhütten, so wird die schnelle Abnahmeder Ausfuhr des Russischen Eisens nach Grossbritannien und Nordamerika sehrbegreiflich. Die sowohl in Folge natürlicher Ursachen als auch wegen der grös-seren Ausbildung anderer Zweige der Metallindustrie beschränkte Eisenerzeugung