Leder und Lederwaaren-Verfertigung.
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Herkunft und Flagge 10 bis 17,50Frk.; Tab. Fab. 23 bis 35 Franks;
Rohtabak. Fabr. Rauchtabak.
Zigarren.
Zigarren 200 bis 240 Frk.; also 1
(Frk.)
(Frk.)
(Frk.)
Zollzentner).
5 bis 8,75
14 bis 17,5
100 bis 120
(in Thlr. Kour.)
1,35 bis 2,36
3,8 bis 4,7
27 bis 32,4
1. Leder- und Lederwaaren-Verfertigung.
Die eigentliche Haut der Thiere umgiebt die Muskeln und Knochen;bei grösseren Thieren nennt man sie Haut , bei kleineren Fell oder Balg.Die Haut hat die Eigenschaft, bei gewöhnlicher Temperatur in Wasser unlöslichzu sein; lässt man dieselbe aber längere Zeit mit Wasser kochen, so schrumpftsie anfänglich zusammen und wird steif und elastisch. Durch längere Zeitfortgesetztes Kochen wird sie aber wieder weich, schleimig und durchscheinendund löst sich nach und nach zu einer Flüssigkeit auf, die nach dem Erkaltenzu einer Gallerte erstarrt. In dieser Gallerte ist nicht mehr Haut, sondern Leimenthalten. Eine Lösung von Leim oder eine mit Wasser aufgeweichte Hautschimmelt sehr leicht; wogegen eine Auflösung von Quecksilberchlorid oder vonschwefelsaurem Eisenoxyd die Fäulniss verhindert. Ebenso hat eine Lösung vonGerbsäure die Eigenschaft, die Fäulniss der thierischen Haut zu verhindern.Die auf diese Weise umgewandelte Haut heisst Leder, (üuir, Leather), dasVerfahren der Umwandlung: Gerben, (Tannerie, Corroi oder Corroyage, Tan-neryj. Je nachdem die Haut durch Gerbsäurelösung oder durch eine Thonerde-verbindung (Alaun) in Leder umgewandelt worden ist, unterscheidet man Loh-gerberei (Travail des cuirs forts) und Weissgerberei. Andere Arten derGerberei sind die Sämischgerberei, (Sämischleder, Shamoy, Wasch-Leather),bei welcher die Poren der Haut mit Fett, und die Pergamentgerberei,(parchemin, parchemenl), bei der sie mit Kreide ausgcfüllt werden. Die zurLohgerberei nöthigen Gegenstände sind gerbsäurehaltige Stoffe und Häute.
Als gerbsäurehaltigen Stoff benutzt man gewöhnlich Eichenrinde oder die Rinde an-derer Bäume. Die Eichenrinde (Eichenlohe) ist die innere, zwischen der äusseren Rinde unddem Splint befindliche Rinde mehrerer Arten von Quercus (namentlich von Q. robur und Q.pedunculata). Ausserdem benutzt man auch frische Eichenholzspäne; dann Galläpfel, Knoppern,Kastanienrinde; Weidenrinde, Ahomrinde; Sumach (Rhus coriaria)-, Catechu (ein sehr zusam-menziehender Auszug der Rinde von Mimosa Catechu)-, die Eicheln von Quercus aegilops,(unter dem Namen Valonea im Handel vorkommend); die Schoten von Caesalpinia coriaria,einer in Südamerika heimischen Staude, die im Handel den Namen Divi-Divi oder Lybi-Dibyfuhren; u. s. w. — (Zu vergl. Rudolf Wagner, die chemische Technologie, Leipz. 1850, S. 376 ff.und Schubert, Lehrbuch der technischen Chemie, Erlangen 1854, S. 268 ff.)
Die zum Gerben angewendeten Häute sind: Ochsen-, Kuh-, Ross-, Kalb-,Schaaf-, Ziegen-, Eselhäute; dann die Häute mancher jagdbaren Thiere. DieGerber unterscheiden 3 Klassen von Häuten: 1. Die Häute der grösseren