502
Veredelnde Erwerbe.
und ausgewachsenen Thiere (Pferde und Rinder) oder die eigentlichen Häute.2. Die Häute der kleineren und jüngeren Thiere (Kälber, Ziegen, Schafe,Hunde) oder Pelle. 3. Die der kleinsten Thiere (Hasen, Füchse, Marder) oderBälge. — Alle drei Arten kommen theils frisch, (grüne Häute) theils einge-salzen, theils gesalzen und zugleich getrocknet zur Verarbeitung. — WichtigeArten des Leders sind: Sohlleder, aus Ochsenhäuten; Fahl- oder Schmal-leder (Cuir a oeuvre, Upper Leather) aus den Häuten der Kühe und Pferde,sowie aus Kalb - und Schaffellen; Juftenleder, aus Kuh -, Kalb -, und Ross-häuten ; Saffian (Maroquin, türkisches Leder) und der ähnliche Corduan, ausBock- und Ziegenfellen; Chagrin, aus Ross- und Eselhäuten; — dann die Er-zeugnisse der Weiss- oder Alaun - Gerberei, gewöhnlich aus Kalb-, Schaf-,Lamm- und Ziegenfellen, wovon das Handschuhleder (Cuir de Paule, Kid-Leather) ein wichtiger Bestandtheil ist; — ferner die Erzeugnisse der Sämisch-oder Oel-Gerberei, waschbares Leder aus Wildhäuten, Schaf-, Ziegen, Lamm-fellen ; — endlich die Erzeugnisse der Pergamentgerberei aus Kalb -, Schaf-,Ziegen-, Esels-, auch Schweinehäuten. — Veredelungen des Leders sind:gepresstes, gefärbtes, lackirtes Leder; — Verarbeitung zu Schuhmacher-,Sattler-, Riemer-, Handschuhmacher- u. s. w. Waaren. — Einer der wichtigstenZweige der Leder-Fabrikation ist die Verfertigung von Sohlleder (Pfund-leder), welche namentlich in mehreren Theilen der Preussischen Rheinprovinzeinen hohen Grad der Vervollkommnung erlangt hat. Das in den Handel ge-langende Sohlleder ist (wegen der Schwierigkeit, sowie wegen des Zeit- und
Aus den im Dezember 1846 gemachten Erhebungen und sonstigen amt-
des grössten Theils von Deutschland,
Leder- u.
Lederwaaren-
Hand-
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Gerberaller Art,
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Fabriken.
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auch Lederbereiter,
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1817
1267
') Ueber die sehr bedeutende Lederfabrikation von Berlin enthält eine im Febr,
Leder- und Lederwaaren-Verfertigung.
503
Kosten-Aufwandes seiner Zubereitung) an Güte sehr verschieden. Die bestenSorten sind: Englisches Sohlleder — (in Ballen von je 40 Stück und in Sortenvon 65—60 Pfd. Buts, von 52—48 Pfd., von 44—36 Pfd., endlich Kuhleder);— Lütticher Sohlleder — (aus sehr grossen, schwer ins Gewicht fallenden Häutenund deshalb theuer); — Mastrichter Sohlleder, unter welchem Namen auch dieRheinpreussischen Leder in den grossen Handel kommen (56 — 48, 40 — 48,40— 32 Pfd. 1 Stück). — Die Verkaufsweise des Sohlleders ist: inHamburg nach dem Pfund in Schilling Banko; in Amsterdam nach dem halbenNiederländischen Pfd. in Gulden und Cents, in Petersburg nach dem Pud inRubel Banko; in Triest nach 100 Pfund Wiener Gewicht in Gulden Konven-tionsmünze; in Livorno nach dem Pfd. in Lire; in Frankfnrt a. M. nach demZentner in Reichsthaler. — Um einen ungefähren Masstab für die Preise zuerlangen, setze ich hierher einen Auszug des Berichts über die Herbstmesse zuLeipzig von 1853:
„Rindleder wurde mit 1 L'/r bis 12 Ngr., Kipsleder 10 — 12 Ngr., braune Kalbleder mit„17—20 Ngr., schwarze zu 16*|4 bis 17 *|2 Ngr. das Pfund verkauft. Von rohen Ledern wurden„Buenos - Ayres-Häute zu 28 — 24 Pfd. und 16 bis 27 Pfd. in schöner Waare mit 30 bis 33„Tklr, geringe und Bullen mit 25 und 28 Thlr., Angostnra und Porto Cabello zu 25 bis 28„Thlr. und Pernambuko und Bahia mit 23 bis 24 Thlr. bezahlt. Rio-Grande-Häute fehlten gänz-lich. Deutsche Ochsen- und Kuhhäute wurden ebenfalls zu guten Preisen bezahlt und erhielten„22—25 Thlr. Kalbfelle sehr gesucht und erlangten im Gewicht von 3 — 4 Pfd. 10 bis 11 Ngr.„und zu l 3 jl bis 2 Pfd. 11 bis 12 1 Ngr. das Pfd. Ostindische Kips blieben gefragt und„räumten sich zu folgenden Preisen: Prima 25 bis 27 Thlr., Sekunda 22 bis 24 Thlr., Tertia„18 bis 21 Thlr. und Quarta 13 bis 17 Thlr. für den Zentner.“
liehen Quellen lässt über die Leder- und Lederwaaren-Fabrikationnachstehende Berechnung sich machen:
Handschuh-
macher.
Kürschner u.Rauchwaareu-händler auchMützenmacher.
Riemer, Satt-ler, Beutler u.Täschner.
Eisenbahn- und andereWagen-Fabriken.
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39
192
123
1
60
60
4728
23
28
der Zollvereinskonferenz überreichte Denkschrift folgende Mittheüung: