Die Deutschen WasserstrasseD.
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bei Oderberg (11 M. oberhalb Swienemünde) liegt 0,066 Toisen über der Ost-see, welches für den damaligen niederen Wasserstand ein Gefälle der Oder von0,526 Toisen ergiebt; bei hohem Wasserstand steigt die Oder auf 8—10 sogarbis auf 13 Fuss und höher am Oderberger Pegel, in welchen Zeiten ihr Ge-fälle um etwa so viel grösser ist. — Beobachtungen beim Engen - Oderkruge,dem eigentlichen Ausflusse der Oder in das Haff, etwa 7 Meilen ober-halb Swinemünde, haben ergeben, dass der Nullpunkt des Pegels daselbst tieferliegt, als das Niveau der Ostsee um 2 Fuss 0,8 Zoll, dessen Höhe also zu0,3328 Toisen. Das Niveau des Haffs am Pegel bei Engen-Oderkruge beträgt— 0,0050 Toisen über der Ostsee. —
Als die wichtigsten Einflüsse der Oder §ind zu bezeichnen, rechtsKlodnitz, Obra, Warthe, Plöne, Ihna; — links: Neisse, Bober, (Lausitzer)Neisse, Finow, Ucker, Peene.
Die Oder als Wasserstrasse (obgleich Preussen allein angehörig)lässt noch manchen keinesweges übertriebenen Wunsch unerfüllt. Die oben er-wähnte ministerielle Denkschrift vom 27. Dezember 1843 bemerkt, dass zwarschon zwischen 1740 und 1790 durch Begradigungen der Lauf des Stroms vonRatibor bis zur Grenze Pommerns fast um Vs (um 17 Ya M.) verkürzt sei, dassaber diese und andere Bauten lediglich im Interesse der Landesmelioration vor-genommen seien; die Schiffbarkeit hingegen sogar benachtheiligt hätten;indem z. B. die regellosen Eindeichungen eine Hauptursache der Versandung desFahrwassers geworden seien. Seit 1816 zwar sind auch zum Besten der Schiff-fahrt mannigfache und erfolgreiche Bauten an der Oder bewirkt und dafür (nebenden Leistungen der Uferbesitzer) bis zu Ende 1842 aus der S t a a tskasse 1,871000Thaler verwendet. Auch bemerkt obige Denkschrift, dass damals schon (1843)die planmäsigen Stromregulirungs-Arbeiten der Hauptsache nach in den„Regierungsbezirken Oppeln und Breslau fast vollendet, im Regierungsbezirk„Liegnitz den gestellten Grenzen nahe gebracht wären; im Regierungsbe-zirk Frankfurt aber noch Manches zu thun sei.“ Sodann ist allerdings über-zeugend nachzuweisen, dass sowohl auf den eben bezeichneten als auf den Pom-mer’schen Strecken der Oder eine (gegen früher) wesentliche Verbesserung desFahrwassers eingetreten ist. Endlich kann nicht in Abrede gestellt werden, dassder für diese Wasserbahn ungeeigneten Beschaffenheit der Schiffe, namentlichder Mitteloder (neben den durch sonstige ungünstige Verhältnisse gedrücktenFrachtpreisen) der grösste Theil der Schuld an den Klagen der Schiffer beizu-messen ist. — Allein auf der andern Seite dürfte kaum zweifelhaft sein, dassdie Beschaffenheit der Oder als Wasserstrasse (selbst unterhalb Stettin, vorzüg-lich aber hinsichtlich ihres mittleren Laufs) noch vieler Verbesserungen dringendbedürftig ist. Daneben kann man mit Recht behaupten, dass, selbst mit Einrech-nung der ansehnlichen Verwendungen seit 1844 die der Verbesserung des Oder-Fahrwassers gewidmeten Mittel — im Verhältniss zur Wichtigkeit dieses aus-schliesslich Preuss. Stroms — auf eine lange Jahresreihe sich vertheilend, kei-neswegs bedeutend genannt werden können.