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Handels-Erwerb.
Der Tiefgang der Oderschiffe (oberhalb Stettin) ist in der Regel:von 1400—1500 Ztr. leer 17—18'', voll beladen 48''.von 1000—1100 Ztr. leer 14'', voll beladen 36''.von 700—900 Ztr. leer 13'', voll beladen 24—36''.
Hiernach können kleinere Kähne von 700—1100 Ztr. bei niedrigem Wassereine grössere Ladung einnehmen, als die Grösseren von 14—1500 Ztr. Trag-fähigkeit bei demselben Wasserstande, indem Jene 3—5 Zoll tief befrachtet werdenkönnen, ehe sie die Einsenkungstiefe von 17—18" erreichen, mit welcher dieGrösseren erst schwimmen. Dagegen gehen die sogenannten Zillen leer imWasser 6" tief und tragen bei 14" Einsenkung, bei welcher kleinere Oberkähneerst schwimmen, 400 Ztr. Doch sind diese, den Verhältnissen der Oder so ent-sprechenden Fahrzeuge, erst seit dem Jahre 1835 mehr in Gebrauch gekommen,ohne dass sich eine irgend erhebliche Vermehrung derselben irn Verhältnis zuden Oderkähnen bemerklich machte.
7. Die Weichsel und deren Einflüsse.
Das beste mir bekannte Ilülfsmittel zurKenntniss der Verhältnisse der Weichsel istSchubertStaatskunde von Preussen I., 302, ff, welche deshalb hier zum Grande gelegt ist. Ausserdem bietendie Berichte der betreffenden Handelskammern, nebst den Verhandlungen der Provinzial-Stände,einigen, die Darstellungen aus Russisch-Polen noch mehr Stoff über die Weichsel. Die nach-bezeichneten Schriften sind nur dem Titel nach mir bekannt: Pfeffer, die Wasserverhältnisseder Weichsel und Nogat, Danzig 1849; Kabus und Brandstäter, die Weichsel von ihrem Ursprungbis zur Mündung, Danzig 1852|53, Devrient. lieber die Sta&tseinwirknng kann Könne, Gewb.Polz. d. Pr. St., I., 429 ff. verglichen werden.
Die Weichsel bildet, bald nach ihrem Ursprünge in Oesterr. Schlesien,zwischen diesem Kronlande und Galizien nebst Krakau, dann Russ. Polen einer-seits, und dem Preuss. Regierungsbezirk Oppeln andererseits auf 7 Meilen Längedie Grenze. Als unbedeutender Fluss verlässt die Weichsel das Preuss. Gebietund erreicht es erst nach 100 Meilen Lauf wieder, 2 M. oberhalb der FesteThorn, wo sie schon eine Breite von 2000 Fuss besitzt. Unterhalb Thorn bil-det sie noch auf 6 M. die Grenze zwischen den Regierungsbezirken Marienwer-der und Bromberg; zieht sich dann 20 Meilen lang mitten durch den Reg. Bez.Marienwerder und verlässt ihn erst hei ihrer ersten Tlieilung in zwei Armean der Montaner Spitze, um in den Reg, Bez. Danzig zu treten. Der östlichedieser Arme (zwar kürzer und weniger breit, aber nicht minder wasserreich)empfängt den Namen Nogat und ergiesst sich nach einem Laufe von fast 7M. östlicher Richtung, durch 20 Mündungen in das frische Haff. Die öst-liche Mündung wird durch den Kraffohl-Kanal (welcher eine halbe Meilelang 1795 angelegt wurde) zugleich mit der in das frische Haff sich ergiesendenElbing verbunden; so dass die ganze Länge dieses Arms (der Nogat) bis zurEinmündung in das Haff 7,3 Meilen beträgt. Die alte Nogat ist ein ehema-liger Arm der Nogat, welcher bei Robach (im Kreise Elbing) sich von ihrtrennte, in gerader östlicher Richtung auf Elbing sich wandte undoherhalb die-ser Stadt in den Fluss Elbing einmündete. Sie ist etwas über 2 M. lang, schon