Handels-Bewegung — Altona.
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tungen zur Konstatirung derselben. Dass Altona nicht im Aufblühen begriffen sei, darüber warunter den hiesigen Kaufleuten nur eine Stimme; es war nur zu wohl bekannt, dass die Rhe-derei stark abgenommen habe, und wenn ein Altonaer Abgeordneter zur Itzehoer Ständeversamin-luug in dieser sagte, dass die Zahl der grösseren Kaufleute sich in den letzten 20 Jahren be-deutend vermindert habe, dass in diesem Zeitraum kein Handlungshaus etablirt worden, welcheseine grössere Bedeutung in der Handelswelt erlangt habe, während in Hamburg wöchentlich, jafast täglich neue Etablissements von Geschäftsleuten aller Nationen entstehen, so hatte er damitden Sachverhalt genau karakterisirt, und nur zu wahr waren die hinzugefügten "Worte: in Al-tona halte die Kaufmannschaft nichts weiter, als Gewohnheit, Bande der Verwandtschaft undLiebe zur Vaterstadt. Damit war zugleich die Selbstständigkeit Altonas Hamburg gegenüber dar-gelegt. Gewiss besitzen wir einzelne Kaufleute, deren Geschäftsumsatz sich dem der bedeuten-deren Hamburger Handelshäuser an die Seite stellen lässt, aber ihr Geschäft wird an der Ham-burger Börse gemacht, dass ihr "Wohnort AltoDa ist, hat für dieses commerziell keine nothwen-dige Bedeutung. Hamburg und Altona bilden vielmehr für Handel und Verkehr ein grosses Ganzes.
Dieser einleitenden Worte bedurfte es, damit das Verzeichniss über die Schifffahrtsbewe-gung unseres Hafens im verflossenen Jahre richtig verstanden werde. Es enthält dieses nachden Angaben des Hafenmeisters die Anzahl, Grösse etc. der ein- und ausklarirten Schiffe; zuersehen ist daraus aber in keiner Weise, wie viele derselben für Altonaer, wie viele für Ham-burger Rechnung unsern Hafen besuchten, während anderntheils Schiffe im Hamburger Hafen,sei es theilweise oder — was freilich selten — ganz, ebensowohl für Altonaer als für HamburgerRechnung Ladung bringen oder nehmen. Dass im Jahre 1853 die Anzahl und der Tonnengehaltder den Altonaer Hafen besuchenden Seeschiffe um etwas geringer gewesen, als im Jahre vor-her, beweist für die Abnahme der Handelsbewegung in Altona daher nichts, wie in dem Mehrder Flussschiffe kein Beweis für die vermehrte Handelstätigkeit Altonas gefunden werden darf.Es ist eben nicht zu konstatiren, ob und welche Schiffe und in welchem Mase sie Ladung fürAltonaer oder für Hamburger Häuser gebracht oder eingenommen haben. Im Ganzen kamen1717 Schiffe an, wovon 1486 Schiffe mit 43812 J |4 Kom.-Lst. (ä 5200 Pfd.) beladen, und 231Schiffe mit 6213 Kom.-Lst. unbeladen waren.
Es kamen im Jahre 1853: von transatlantischen Plätzen 59 Fahrzeuge von 5582 Kom.-Lst., von europäischen Häfen und der Levante 1658 Fahrz. von 44443 K.-L., Fischerfahrzeuge349 von 2200 K.-L., von der Niederelbe: kleine Küstenfahrer mit Mauersteinen, Brennholz,Torf, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Korn etc. beladen 1189 Fahrzeuge von 8748*|2 K.-L., von derOberelbe: oberländ. Fahrz. mit Holz, Kalksteinen, Graphit, Cichorienwurzeln etc. beladen, grös-tentheils aber leer zum Abbolen von Waaren aus dem Altonaer Hafen (näml. 440 v. 110ö2 1 /4Kom.-Lst.) 570 Fahrz. v. 13699 K.-L ; zusammen 3825 Fahrz. v. 74672 3 /4 K.-L. ä 5200 Pfd.
Wenn oben bemerkt worden, dass ans der Frequenz des Hafens nicht auf die Handels-bewegung Altonas geschlossen werden dürfe, so will ich mir gestatten, dafür auf ein rechtschlagendes Moment hinzuweisen. Es waren von Grossbritaurnen und Irland im Jahr 1853 ein-klarirt im Ganzen 565 Schiffe, davon in Ballast 7. Von den verbleibenden 558 Schiffen warennur mit Steinkohlen beladen 365; aber nur ein geringer Bruchtheil dieser Schiffe hat seine La-dung in AltoDa gelandet, der bei weitem grösste Theil ist in oberländische Kähne übergeladenworden, ohne Altona zu berühren und ohne dass dieses weiter etwas davon gehabt hätte alsdie Hafenabgabe.
Bilden Hamburg und Altona in kommerzieller Beziehung ein Ganzes, so muss sein Ver-kehr auch zusammengefasst betrachtet werden. Wir lassen deshalb eine vergleichende Uebersichtder in den letzten 3 Jahren einklarirten Seeschiffe folgen, wobei jedoch zu bemerken, dass mit-unter dieselben Schiffe sowohl in Altona als auch in Hamburg eingehend aufgeführt werden,namentlich wenn sie den Hafen der ersteren Stadt zuerst anlaufen, um Fracht zu suchen unddiese ihnen dann in Hamburg einzunehmen angewiesen wird; dies gilt zum Theil von den inden Hamburger Hafen als von der Niederelbe kommend einklarirten Schiffen. Ganz zutreffendist daher das Bild über die Schifffahrtsbewegung in dem Hamburg-Altonaer Hafen nicht, esist nur annähernd richtig. Es kamen Seeschiffe (incl. der aus der See mit frischen Fischen an-gekommenen Fahrzeuge) an:
in Hamburg in Altona
Schiffe. lasten. Schiffe. Lasten. Schiffe. Lasten.
1851 .... 4169 von 8722681,(2’) 2058 -con 659043/4 zusammen 6227 438173
1852 .... 4440 „ 420847 2243 „ 70356 „ 6683 4915001/2
1853 .... 4174 „ 3717461/2 2066 „ 650323/ 4 „ 6240 436779
Der Schiffs-Verkehr und die Waaren-Bewegung Bremens auf derOberweser, sind im Jahre 1853 wie folgt gewesen:
=>) Die Hamburger Lasten von 6000 Pfd. und die für Altona geltenden Dänischen Commerzlasten von 5200 Pfandsind hier auf die Bremer Last von 4000 Pfd. reducirt.