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Handels-Erwerb.
Im Folgenden lasse ich einige Notizen über die Handelsbewegung der be-deutenderen Schiffsliegestellen und Häfen folgen *).
I. Das Gebiet der Weser und ihrer Nebenflüsse, so weitsie den Verwaltungsbezirk Stade berühren.
1) Ein nicht unerheblicher Verkehr mit Landesprodukten, besonders mitTorf, Mauersteinen und Busch zu Unterbauten, wird von den Schiffsliege- und Lade-plätzen zu Eilte, Amts Verden, so wie zu Baden und Daverden, AmtsAchim, mehrst nach Bremen und dem stadtbremensehen Gebiete, betrieben. Seit demBestehen der Eisenbahn hat der Flussverkehr indessen anscheinend abgenommen.
2) Die Hannover. Anker- und Löschplätze an der (einige Stunden unter-halb Bremen, bei Vegesack) — in die Weser sich ergiessenden Lesum (wei-ter nach der Quelle zu lieist der Fluss „Hamme“) haben sich in neuester Zeiteiner zunehmenden Handelsbewegung erfreut. Die Frachtgegenstände, welche dortaus- und eingeladen werden, bestehen vorzugsweise in Korn, Vieb, Heu, Stroh,Torf, Ziegelfabrikaten, Farbehölzern, Bau- und Buschholz und sonstigen land-wirtschaftlichen Produkten. Von diesen Plätzen aus wird mit den aufgeführtenGegenständen auch Seeschifffahrt betrieben. Die Flussschifffahrt nimmt ihre Rich-tung mehrstens nach Bremen, Bremerhaven und Geestemünde. Die Flussschiffepflegen im Hafen zu Vegesack, die Seeschiffe in Bremerhaven -oder Geestemündezu überwintern.
Der Verkehr an den Anker- und Löschplätzen der Lesum ist namentlichauch für die reichen Torfmoore des Amtes Lilienthal von grosser Bedeu-tung. Der Torf wird nämlich von dort auf den Moorkanälen in die Wümmeund Hamme u. s. w. ausgeführt. Aber die Kanäle sind sehr mangelhaft undentsprechen dem Bedürfnisse keineswegs. Abgesehen von der notwendigenVermittelung des Verkehrs überhaupt empfiehlt sich auch zur Erleichterung undRegelung des Torfabsatzes und für die Kultivirung der Moore die obenerwähntebaldige Ausführung des Humme-Oste-Schwinge-Kanals.
3) Von dem an der Küste des Amts Dorum (Landes Wursten) vor-handenen Schiffsliegestellen am Spikaer-, Cappeler-, Dorumer-, Padingbütteler-,Weddewardener-Syhl und am Wremer Tief, ist die Letzte bei Weitem am be-deutendsten. Während von den übrigen aus nur eine mehr oder weniger lebhafteFlussschifffahrt mit Landesprodukten (Getreide, Ziegelsteinen etc.) vorzugsweisenach Bremen und mit einer Rückfracht von Kolonialwaaren für die Bedürfnisseder Eingesessenen des Amts Dorum betrieben wird, ist der Verkehr vom Wremer-Tief aus, grossartiger und bedeutender, indem neben lebhafter Flussschifffahrtauch Seeschifffahrt, namentlich mit selbstgewonnenem und aufgekauftem Getreide,regelmäsig unterhalten wird.
*) Diese Mittheilungen über die kleineren Verkehrsplätze des Landdrostei-Bez. Stade sindtheils handschriftlichen Nachrichten, theils einigen Aufsätzen der Hannovr. Zeitg. entnommen;einem, hinsichtlich der Behandlung vaterländischer Statistik, musterhaft redigirten Blatte. DieAusführlichkeit der Darstellung ist dadurch veranlasst, dass die neuerlich doppelt wichtig ge-wordene Hannovr. Nordseeniederung im übrigen Deutschland fast unbekannt ist.