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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Gesetzgebung über die Grenzabgaben.

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Vereinigten Staaten für 14 2 /3 Mill. Thaler empfangen, senden sie denHansestädten nur für IOV 2 Mill. Brasilien dagegen, welches für 3 3 /4 Mill.Deutsche Erzeugnisse aufnimmt, setzt dagegen für 7 Mill. Thlr. nach Deutsch-land ab. Kuba und Portoriko endlich für 6 1 /i Mill. nach den Hansestädtensendend, empfangen von denselben nur für 4 Mill. Thaler. Auch aus den I(o-1 umbischen Staaten wird für 2 Mill. Thlr. eingeführt, gegen IV 4 Mill. Aus-sendungen. Die La PI ata-Staaten dagegen und die Staaten der Westküstevon Südamerika sind für den Ausfuhrhandel Deutschlands wichtig geworden.Sie empfangen bereits für 275 und beziehungsweise 5 2 /3 Mill. Thlr.; währendihre Rücksendungen bisher nur 6 /io und l 4 /io Mill. Thlr. betrugen. Die Sen-dungen nach Mexiko erscheinen in obiger Tafel nur mit 1 Q 2 Mill. Thlr., sindaber etwas grösser, weil die Häfen der West küste in den Hamburger Listenunter der Gesammtsumme für die Westküste stecken. Hayti nimmt nur fiir360000 Thlr. ah, während es für 2 2 /io Mill. nach Deutschland sendet. Der ver-hältnissmäsig sehr geringe Verkehr der Hansestädte mit dem Britischen Ame-rika, bezieht sich fast nur auf Jamaika; etwas Verbindungen sind ausserdemmit Honduras und Kanada.

cc) Gesetzgebung über die Grenzabgaben,

Vergleichende Zusammenstellungen der Eingangzölle für die -wichtigsten Einfuhr-Gegenstände inOesterreich, dem Deutschen Zollverein, England, Frankreich, Russland, nach den seit dem1. Januar 1854 geltenden Tarifen; nebst deren Umrechnung auf den 14 Thlr.-Fuss undDeutsches Zollgewicht; dann deren Vergleichung mit dem Durchschnittswerthe der betret-enden Zollpflichtigen Waare; auch des Zollertrages der einzelnen Einfuhrartikel; endlichder Gesammteinnahme aus den Zöllen.

Schon fast seit zwei Jahrhunderten hat man die verschiedenartigsten Wegeeingeschlagen, um zur Bestreitung der immer wachsenden Staatsbedürfnisse hin^reichende Geldmittel mit möglichst wenig fühlbarer Belastung der Zahlenden zuerlangen. Die hochverfeinerte Finanzkunst der Gegenwart, mit ihren tausendSaugwerken, verdankt diesen Bestrebungen die Ausbildung. Sie hat begreiflicheine Menge Stufen durchlaufen, und von ihrem entscheidenden Einflüsse auf dieganze Volkswirthschaftslehre zeugen die aus verschiedenen Zeiträumen herrüh-renden Systeme. Die wichtigsten darunter sind: a. das Merkantilsystem(Colbert zugeschrieben, obgleich schon in Spanien namentlich durch Karl V.praktisch geworden), wonach ein Staat, der reich werden will, möglichst vielGeld zu gewinnen suchen muss. Das beste Mittel dazu ist, dass die Bewohnereines Staats möglichst wenig vom Auslande kaufen und möglichst viel dahinverkaufen, also die Handelsbilanz für sich haben. Um dahin zu gelangen,müssen Einfuhrverbote und sehr hohe Grenzzölle, Ausfuhrprämien u. dgl. ange-wendet werden. b. Das physiokratische oder ökonomische System (vonQuesnay) lehrt, dass der Landbau die alleinige Quelle fruchtbringender Beschäf-

v. Redet], Statistik v. Europa. 96