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Deutschland und das uebrige Europa : Handbuch der Bodens-, Bevölkerungs-, Erwerbs- und Verkehrs-Statistik; des Staatshaushalts und der Streitmacht / in vergleichender Darstellung vom Dr. Freih. Fr.W. v. Reden
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Steinstrassen in einzelnen Staaten.

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5. Grossherzogthum Baden.

(Literatur: Kettig, der Badische Bürgermeister, Freiburg 1842, §. 183 und 329 ; Rettig,die Polizeigesetzgebung d. Grosssh. Baden, Karlsruhe 1853, 81a, 1441 ff; Amtl. Beitr. zurStatistik d. Staatsflnanzen des Grossh. Baden, Karlsruhe 1851, z. B. S. 386).

Während das Hochbauwesen dem Geschäftsbereiche des Finanz-Ministe-riums angehört, ist der Strassen- und Flussbau dem Ministerium des Innernzugetheilt.

Für die Strassenverbindungen und den Verkehr ist in Baden recht vielgethan. Abgesehen von der Eisenbahn besass das Land im Jahre 1844 schon:Staatsstrassen ersten Rangs 279 Stunden (414432 Längen-Ruthen), zweiten Ran-ges 253,6 Stunden (375522 Längenruthen); ferner Vizinalstrassen von besonde-rer Wichtigkeit 112,7 Stunden, von geringerer Wichtigkeit 182 Stunden (z. v.mit den Angaben über die Strassenlängen in der Beilage zu Nr. 21 des Regie-rungsblatts von 1828.) Das in die Staatskasse fliessende Strassengeld istaufgehoben durch Verordnung vom 22. April 1830; die Strasscnbau-Fr oh ir-den sind abgeschafft durch Gesetz vom 28. Mai 1831.-

Der Wasser- und Strassenbau erforderte 1851: 1,115882 fl. oder7,68 Przt. aller Ausgaben und ausserdem im ausserordentlichen Budget 1,063298Gulden; woneben noch für den Eisenbahnbau 1,027000 fl. (für 1848 und 1849sind 2,055000 fl. gefordert) ausgegeben werden sollen, was den Aufwand fürden Wasser- und Strassenbau im Jahre 1849 auf 3,206180 fl. bringt. Vonder Ausgabesumme des ordentlichen Etats fallen auf den gewöhnlichen Un-terhalt und die Beaufsichtigung der Landstrassen 530334 fl., was, bei 533Wegstunden Länge, auf die Stunde durchschnittlich 995 fl. beträgt; auf denRh ein bau 341400 fl; auf den Binnenflussbau 101979 fl.; auf den Un-terhalt der Leinpfade und Wasserstrassen 10000 fl.; auf die vereinigte Bauver-waltung 1321169 fl.Der Aufwand für ausserordentliche Strassenbautenin den Jahren 1831 bis mit 1847 ist 2,701734 fl. gewesen. Dafür sind neu-gebaut 46V8 Stunden, verbessert (ausser kürzeren Strassen- und Brückenbauten)6 St. Strassenlänge. Der Neubauaufwand belief sich, (nach Masgabe der ge-fundenen Schwierigkeiten) für 1 Wegstunde auf durchschnittlich 83976 fl., 52974 fl.,47176 fl., 30625 fl., 25443 fl., 8526 fl. Im Reg.-Bl. von 1852 befindet sichunter Nr. 33 ein, alle Einzelheiten enthaltendes Verzeichniss der Länge der Staats-und wichtigeren Vizinal-Strassen.

6. Grossherzogthum Hessen.

(Literatur: Vaterlnd. Berichte für das Grossherzogth. Hessen, Darmstadt 1835 ff.;Sander, Die Staats- und Gemeinde-Verwaltung im Grossherz. Hessen, Mainz 1853, namentlichS. 239, 271, 276).

Das Chausseegeld wird im Grossherzogthum nach den Bestimmungen desGesetzes vom 6. März 1824 erhoben; sein Rohertrag war im Durchschnitt de rJahre 1829/31: 144549 fl., was für jede Klafter Chausseelänge durchschnittlich35,26 kr. crgiebt. In Folge strengerer Kontrole, der raschen Zunahme derStrassenlänge und der Nachtragsgesetze vom 16. Juli 1842 (wonach alles leichte